Dandy in der Unterwelt
Eine unautorisierte Autobiografie. Übersetzt von Andreas L. Hofbauer

von Sebastian Horsley, Andreas L. Hofbauer

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Blumenbar
Erscheinungsdatum: 15.06.2009

Rezension aus FALTER 39/2009

Ein Buch, das von Bryan Ferry mit dem Lob "Ein schmutziges Meisterwerk" bedacht wird, kann nicht schlecht sein. Die "unautorisierte Autobiografie" des englischen Künstlers, Exjunkies und radikalen Selbstinszenierers Sebastian Horsley (Jg. 1962) ist sogar sehr gut. Horsley, eine Art moderner Oscar Wilde, der schon seine eigene Kreuzigung inszenierte, hat einen ausgeprägten Hang zum Bonmot ("Stil ist, wenn sie dich aus der Stadt jagen und du es so aussehen lässt, als würdest du eine Parade anführen"), verfügt zum Glück aber auch über Selbstironie: "Es ist nicht schwer, mit Künstlern umzugehen – vorausgesetzt, man mag Kinder."
Horsley ist kein eitler Geck, sondern einfach nur jemand, der das Leben als zutiefst sinnlos empfindet und deshalb keine Reue dabei zeigt, verschwenderisch zu leben. Dass die familiäre Konstellation der Horsleys gelinde gesagt problematisch war, ahnt man schon beim ersten Satz des Buches: "Als Mutter herausfand, dass sie schwanger war, nahm sie eine Überdosis." Der zweite lautet: "Vater gab ihr die Pillen." Der Vater führte neben ­seiner Alkoholikerkarriere einen Nahrungsmittelkonzern, Geld spielte also nie eine Rolle. Umso triftiger erscheint Horsleys Erkenntnis, dass Stil und Reichtum wenig miteinander zu tun hätten.

Sebastian Fasthuber in FALTER 39/2009 vom 25.09.2009 (S. 19)


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