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Verlag: Blumenbar
Erscheinungsdatum: 01.03.2009

Rezension aus FALTER 17/2009

Der Norweger Matias Faldbakken wird als libertäres Gegenstück zu Michel Houellebecq gehandelt. Sein Verlag nennt seine Bücher "Gesellschafts-
pornos". Nun gut, zumindest weiß der Mann aufzufallen. Aber musste es gleich eine dunkelhäutige, mehr oder weniger lesbische, norwegische Anarchistin sein, die sich von ihrem Ex schlagen und vergewaltigen lässt? Der ist breiter als hoch, weil er ständig im Fitnesscenter herumhängt, und ein selbsternannter "Gewaltintellektueller". Er entwirft ein Computerspiel, das sich an Slasher-Filmen und Joseph Conrads "Herz der Finsternis" orientiert. Dann gibt es noch zwei verhaltensgestörte Söhne und jede Menge anderer Freaks: Glatzköpfe im Rollstuhl, Schwarze mit Schwänzen "groß wie Auberginen", die mit Kettensägen tote Schweine zersägen.
Faldbakken gelingen absurde Dia-loge (überwiegend in Englisch – sozusagen nicht synchronisiert), neben denen die berühmten Pulp-Fiction-Sager blass wirken. Manchmal ist er auch richtig lustig, das meiste aber säuft in kalkuliertem Zynismus ab, die Gewaltfantasien wirken aufgesetzt. Vor allem gelingt es dem Autor nicht, die Fäden und Ebenen seines nicht unintelligenten Romans am Ende überzeugend zusammenzuführen. Eine Blutorgie aus Rache ist dann doch eine gar platte "Lösung" und weniger schockierend als einfach fad. Schade um die guten Ansätze.

Thomas Askan Vierich in FALTER 17/2009 vom 24.04.2009 (S. 20)


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