Visum nach Amerika
Roman

von Salamon Dembitzer, Ursula Seeber

€ 21,00
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Verlag: Weidle
Format: Taschenbuch
Genre: Belletristik/Romanhafte Biografien
Umfang: 300 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.03.2009

Rezension aus FALTER 31/2009

Es geht ums Überleben. Doch weder die Feindseligkeiten von Grenzern und Polizisten noch die Niedertracht mancher Konsulatsbeamten machen Sylvian Horn und Malvine van Gent auf ihrer Flucht von Belgien durch Frankreich und Spanien nach Portugal so zu schaffen wie die Ungewissheit eines ungnädigen Schicksals, das sie Tag für Tag in einem Strom mit tausenden Flüchtlingen hinwegspült. Leuten, auf deren Bekanntschaft sie gerne verzichtet hätten. Leuten wie Herr Speck, Frau Abschaum, Dr. Seelenhändler, die an Profitgier und Geltungssucht leiden. Oder die, im besten Fall, einfach beschränkt sind wie Schindler aus der Gummimantelbranche, der voll Stolz mit einem Brief seines Schwagers in Übersee auftrumpft: "Ach, unsereiner wird es niemals so weit bringen. Denken Sie – Präsident von der Bronx ..."

Salamon Dembitzer, aus Krakau gebürtiger Journalist (1888–1964), erweist sich hier als Satiriker allerersten Ranges. Die "Geschichte einer Flucht", 1941 in den USA verfasst (und auf Deutsch erst jetzt als Buch erschienen), ist eine "non fiction novel" über seine Erfahrung von Exil und Vertreibung. Dabei erspart er selbst seinem Alter Ego Sylvian Horn den beißenden Spott keineswegs. "Mach keine Geschichten hier", beschwichtigt ihn Malvine, als er Augenzeuge der Misshandlung eines Zivilisten durch einen französischen Soldaten wird. "Du kannst ja später einmal darüber schreiben."

Michael Omasta in FALTER 31/2009 vom 31.07.2009 (S. 15)


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