Roppongi
Requiem für einen Vater. Ungekürzte Lesung

von Josef Winkler

Derzeit nicht lieferbar

Verlag/Label: Diwan Hörbuchverlag
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Erscheinungsdatum: 10.11.2008

Rezension aus FALTER 23/2009

Als "reine Notwehr" hat Josef Winkler bei der Büchner-Preis-Verleihung im letzten Jahr sein Schreiben bezeichnet: Die katholische Kirche, die Klaustrophobie der Herkunft, Tod, Homosexualität und die Gewalt der Väter sind die mantrahaft immer wiederkehrenden Themen in den Büchern des 1953 in Kamering, Kärnten, geborenen Winkler. Und wenn der Autor seine Texte selber liest, dann klingt das ein wenig so, als müsste er sich die Wörter schwer erkämpfen: Sie sind ihm nichts Selbstverständliches, sondern Haltegriffe, um nicht durch die Wirklichkeit geschleudert zu werden.
Ton und Rhythmus entsprechen dabei dem Ton und Rhythmus von Gebeten, die dem Autor in Fleisch und Blut übergegangen sind: "Roppongi", das 2007 erschienene Requiem auf den Vater, ist nun von Josef Winkler in Gänze eingelesen, wie eine katholische Messe, litaneihaft, aber dennoch ruhelos.
Der Erzähler sitzt in Tokio, während sein Erzeuger im Kärntner Heimatort unter die Erde gebracht wird: Erinnerungen an dieses Dorf und den Patriarchen vermischen sich mit Szenen von Bestattungsritualen am indischen Gangesufer. Dazu gibt es Dhrupad-Gesänge von Ritwik San­yal – die älteste Form indischer Musik, Gebete auch sie. "Roppongi" wird, gerade in seiner gelesenen Form, zu einer großen Totenmesse und einer Teufelsaustreibung.

Ulrich Rüdenauer in FALTER 23/2009 vom 05.06.2009 (S. 21)


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