Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Der Augenblick, in dem man den Vogel sieht, hat etwas Einmaliges und zugleich etwas Meditatives – davon erzählt Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung. Das Buch beginnt in der Antarktis und wendet sich dann den Landschaften zu, die bei uns für den Vogelbeobachter interessant sind: der Nordsee mit ihrem Watt, der Insel Helgoland, den Wildbächen in den Alpen und der Stadt, die immer mehr zur Zuflucht der Vögel wird.
Vögel sind etwas Magisches. Die meisten von ihnen sind schön oder sehen zumindest interessant aus, viele singen hinreißend, sie besitzen ein erstaunliches und noch immer nicht enträtseltes Orientierungsvermögen und – sie können fliegen, etwas, wovon der Mensch immer geträumt hat. Die Beobachtung dieser wunderbaren Wesen ist faszinierend, das Fernglas bringt sie dem Birdwatcher so nahe, dass er sie fast berühren zu können glaubt. Aber in diesem Augenblick, in dem man den Vogel sieht, wirklich sieht, liegt noch mehr: Er hat etwas Einmaliges, etwas Erregendes und zugleich etwas Meditatives. Der Beobachter ist ganz und gar konzentriert auf diesen Moment der Wahrnehmung, der alles Alltägliche beiseiteschiebt und das Geplapper der Gedanken in seinem Kopf zum Schweigen bringt. Es geht dem Autor um das Erleben des Augenblicks, nicht um die Seltenheit eines Vogels. Auch der Anblick eines Graureihers, der mit langsamem Flügelschlag durch Licht und Schatten eines Waldrandes gleitet und dessen unvergleichliches Grau von Hell zu Dunkel changiert, ist unvergesslich.

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FALTER-Rezension

Zeig mir das Land, wo im Meer die Lummen landen

Arnulf Conradi hat mit Jonathan Franzen drei Dinge gemeinsam: Er interessiert sich ebenfalls für Vögel, war auch schon auf den Südlichen Sandwichinseln und erwähnt in seinem jüngsten Buch gleichfalls Thomas Manns „Zauberberg“. Ansonsten aber hat der Gründer des Berlin Verlages zum Birdwatching einen zum manischen Artenabhaker aus New York ziemlich kronträren Zugang.

Dabei hätten die Ausführungen über Meditation, japanische Tuschpinselschwingerei und Zen-Buddhismus, denen wir die Anspielung auf Robert M. Pirsigs Kultroman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“ verdanken, ruhig sparsamer ausfallen können. Es bedarf des spirituellen Überbaus gar nicht, denn dass „die Aufmerksamkeit, mit der man Vögel wahrnimmt, zugleich etwas Waches und Meditatives an sich hat“, vermittelt der Autor mit großer Souveränität und hoher Eleganz, indem er beschreibt, was er – nun, eben wahrnimmt und nicht bloß sieht.

Im Unterschied zum gehetzten Been-there-seen-that-Triumphalismus Franzens erregt Conradi nicht bloß Neid (oder Ärger), sondern weckt die Neugier und macht Lust, sofort aus dem Haus zu stürzen und sich in eine der beschriebenen Landschaften zu begeben: In den (ziemlich urbanen) Grunewald, wo der geduldige und gelassene Vogelfreund dem energischen Schwarzspecht begegnet; auf Sylt, wo er sich am mysteriösen, tausendstelsekundengenau choreografierten Schwarmflug der Limikolen berauscht; ins Peenetal, wo die Drosselrohrsänger knarren, die Seeadler kreisen und die seit 2002 hier ansässigen Weißbartseeschwalben ihre Kunstflugshows abziehen und ganz unbedingt auf Helgoland, wo Conradi das herzzerreißende Schauspiel des Lummensprungs beobachtet, bei dem die Trottellummenpapas ihre noch nicht flüggen, federleichten Küken mit dem kehlig-knurrenden Sprungruf dazu anstiften, sich von den Klippen zu stürzen und hoffentlich im Meer zu landen, ohne von einer räuberischen Silbermöwe gekrallt zu werden. Ein ebenso sympathisches wie fulminantes Buch!

Klaus Nüchtern in Falter 27/2019 vom 05.07.2019 (S. 30)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783956142895
Erscheinungsdatum 06.03.2019
Umfang 240 Seiten
Genre Sachbücher/Natur, Technik
Format Buch
Verlag Kunstmann, A
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