Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken

von Beatrix Langner

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Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Format: Hardcover
Genre: Soziologie
Umfang: 236 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017

Um sie wurden Kriege geführt, sie wurden besungen, bedichtet, für sie stürzt man sich in den Bankrott oder in den Tod: Seit jeher beherrschen Frauen die Gedankenwelt der Männer. Doch sobald sie selbst dachten, wurden sie der Welt verwiesen. Trotz Jahrzehnten der Emanzipation ist heute kaum etwas provozierender als Frauen, die denken und dieses Denken ganz unverblümt in Einfluss, gar Macht ummünzen wollen. Noch immer begegnet man denkenden Frauen verdammend oder idealisierend, immer aber exotisierend – oder sie gelten gleich als geschlechtslose Wesen. In ihrer scharfzüngigen kulturgeschichtlichen Tour d’ Horizon erzählt Beatrix Langner die Geschichte der Aussperrung weiblicher Geisteskraft. Sie zeigt dabei aber auch, dass sich Frauen seit Jahr und Tag mit den heute erinnerten – ausschließlich männlichen – Denkern messen konnten, und stellt die unbequeme Frage, warum sie sich immer wieder mit der Rolle als Heilige, Muse oder Hure begnügten, sodass heute wie eh und je die Meinung herrscht: Männer schaffen Werke, Frauen arbeiten an sich. Beatrix Langner, geboren 1950, ist Autorin und Literaturkritikern und lebt in Berlin. Bei Matthes & Seitz Berlin erschien eine Biografie Adelbert von Chamissos. Zuletzt veröffentlichte sie eine Biografie über Jean Paul (C.H. Beck), für die sie den Gleim-Literaturpreis erhielt.

Rezension aus FALTER 10/2017

Können Frauen denken? Eine Tour de force durch die Geschichte der Philosophie

Männer haben aus ihrer Sicht, und wir haben vorläufig keine andere, Staaten, Reiche und Religionen, Götter, Wissenschaften, Techniken und Künste geschaffen“, heißt es zu Beginn von Beatrix Langners „Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken“. Sein Inhaltsverzeichnis bestätigt die Erwartung eine Systematik mit sieben Thesen, die offenbar widerlegt werden sollen: Frauen, die denken, sind Männer. Frauen, die denken, sind göttlich. Frauen, die denken, sind gefährlich. Frauen, die denken, sind unsexy. Frauen, die denken, sind Egoisten und schlechte Mütter. Frauen, die denken, denken anders. Frauen, die denken, retten die Welt.
Langners Buch stellt eine Tour de force durch 2500 Jahre Denken über Frauen dar, von Männern und von den Frauen selbst. Dabei lässt sie hunderte Namen fallen, erzählt unzählige Anekdoten, springt in der Geschichte nach vorne und zurück, und oft verliert man die Verbindung zu der „These“, die gerade diskutiert wird. Als Einführung in die Ideengeschichte über das Wesen der Weiblichkeit und die Unterdrückungsgeschichte von Frauen eignet sich dieser in originellen Metaphern schwelgende und terminologisch überfrachtete „Bericht“ daher kaum. Eine Fundgrube stellt er aber schon dar.
Langner zählt sie alle auf, die Thesen der Philosophen und die Repliken von Philosophinnen – auch jene, denen sie nicht zustimmen, sondern nur mit Polemik beizukommen vermag. Leider wird dabei den krausen Theoremen von Männern, die nur allzu bekannt sind, oft mehr Raum gegeben, als den Gegenthesen von Frauen, denen nie große Aufmerksamkeit zuteil wurde.
Was Langner unter dem „Trümmerberg aus Mythen, Metaphern und Monstrositäten“ zutage fördert, vermag sich nicht zu einem Bild, zu einer Perspektive zusammenfügen. Für die Dilemmata des Feminismus kann sie keine Lösungen anbieten, und eine weibliche Vernunft, „die dem Halloween des Patriarchats ein Ende setzen würde“, sucht sie vergeblich, sondern ergeht sich am Ende in düsteren Ausblicken in die digitalisierte Zukunft.
Ihr Schlussappell, den „Egoismus der Geschlechter“ zu überwinden und eine neue, sich ergänzende Erzählung zu entwerfen, wirkt nicht nur halbherzig, sondern gegenüber der von ihr selbst zuvor dargestellten Realität geradezu naiv.

Kirstin Breitenfellner in FALTER 10/2017 vom 10.03.2017 (S. 59)


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