Sexuell verfügbar

von Caroline Rosales

€ 18,50
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Verlag: Ullstein fünf
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Umfang: 286 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.01.2019


Rezension aus FALTER 25/2019

Der Käse-Igel zum Herbstfest und #metoo

Caroline Rosales gehört zu dem Drittel aller Mütter, die Vollzeit arbeiten. Sie wird trotzdem gefragt, ob sie den Käse-Igel für das Herbstfest stecken kann. Doch die deutsche Journalistin, Jahrgang 1982, jammert in ihrem Buch „Sexuell verfügbar“ nicht. Egal, ob es um heikle Themen wie Frauensolidarität und Selbstverleugnung, um Stutenbissigkeit, den Cinderella-Komplex oder eine Brust-OP nach der Schwangerschaft geht.

Die Autorin kennt die Sicht der Betrogenen aus verschiedenen Blickwinkeln, als Geliebte wie als Journalistin. Sie berichtet von der Wohlstandsverwahrlosung der Bobo-Mamis und Tränen auf der Diensttoilette, weil die Milchpumpe versagt hat. Dabei steht am Anfang oft der Plan, als Paar aufgeschlossen und gleichberechtigt zu sein. Doch sobald das erste Kind da ist, kommt es zur Retraditionalisierung. Der Grund dafür sitzt tiefer. Durch frühe Durchsexualisierung wird Frauen das Prinzip des „körperlichen Kapitals“ vermittelt. Es ist eine „Prägung durch miese frauenverachtende Sexfilmchen, die Einflussnahme durch chauvinistische Geschlechtsgenossinen oder Romantic-Comedys mit falschen Idealen“.

Die größte Frauenrechtsbewegung des Jahrzehnts – #metoo – machte der Autorin bewusst: Es gibt keinen Common Sense über Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und Rollenbilder, nicht einmal unter Frauen. Die Gesetzmäßigkeiten der patriarchalen Gesellschaft aufzuzählen reiche nicht. Wenn die Argumente zu verschachtelt und von Fremdwörtern dominiert seien, verliere die Diskussion ihr Publikum. Dennoch verzichtet Rosales nicht ganz auf neue Begrifflichkeiten wie Mansplaining, Alpha-Typen und Gender Pay Gap. Denn nur das, wofür es Worte gibt, ist auch wirklich diskutierbar. Rosales tut nicht so, als hätte sie alle Antworten. Sie legt offen, was sie geprägt hat, was sie sich warum hat gefallen lassen und wie sie deswegen ihre Kinder erzieht.

Die lockere Schilderung des persönlichen Lernens und Scheiterns macht das Thema zugänglich. Nur schade, dass das rosa Cover Männer vermutlich von der Lektüre abhalten wird.

Juliane Fischer in FALTER 25/2019 vom 21.06.2019 (S. 34)


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