Die Preise lügen
Warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen

von Volkert Engelsman, Bernward Geier

€ 16,50
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Verlag: oekom verlag
Format: Taschenbuch
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang: 168 Seiten
Erscheinungsdatum: 26.02.2018


Rezension aus FALTER 14/2018

Billig ist das wahre Teuer

Billige, „konventionell“ produzierte Lebensmittel ziehen zahlreiche unerwünschte Folgen nach sich: Pestizide und antibiotikaresistente Keime aus den Mastställen machen krank. Bienen und andere Bestäuber verschwinden, das Grundwasser wird mit Nitraten belastet und dem Klima wird eingeheizt. Laut einer Studie sollen „für jedes Pfund, das britische KonsumentInnen für Nahrungsmittel ausgeben, zusätzliche Kosten von einem weiteren Pfund anfallen“.
Klar, solche Berechnungen enthalten zwangsläufig eine Reihe von Annahmen und Schätzungen. Fakt ist: Die wahren Kosten zahlen weder die Billig-Käufer noch die Bauern. Aufkommen müssen dafür alle, über höhere Gesundheitsausgaben, Wasserpreise usw. Wenn nicht wir, dann müssen es eben die nach uns Kommenden tun. Mit diesem Externalisieren der Folgekosten müsse endlich Schluss sein, so die Botschaft des Sammelbands „Die Preise lügen“ mit Starautorinnen wie Vandana Shiva. Man kann es auch wie Mitautor Christian Felber, Verfechter der „Gemeinwohl-Ökonomie“, sagen: „KonsumentInnen, die ethische Kaufalternativen suchen, (…) werden gegenwärtig von den Märkten bestraft. Ebenso bestraft werden ethische und verantwortungsvolle Unternehmen.“ Dabei müsse „normal“ teurer sein als Bio.
Das Buch steht unter der fachkundigen Ägide des Ökonomen Volkert Engelsman, Gründer des Bio-Unternehmens EOSTA, sowie des Agrarwissenschaftlers Bernward Geier, der 18 Jahre Direktor des Weltdachverbands der biologischen Landbaubewegung war. In kurzen, prägnanten Texten analysieren die Autoren im ersten Teil die wahren Kosten, im zweiten skizzieren sie Auswege: höhere Steuern auf Pestizide, niedrigere auf pflanzliche und Bio-Lebensmittel. Oder aber das Belohnen von Gemeinwohlstreben, etwa indem die Firmen bei öffentlichen Aufträgen bevorzugt werden. Zweifellos ist es an der Zeit, dieses Problem in Angriff zu nehmen. Zu kurz kommt in dem Buch allerdings die wesentliche Frage, was die Veränderungen für Menschen mit kleinen Einkommen bedeuten würden.

Gerlinde Pölsler in FALTER 14/2018 vom 06.04.2018 (S. 22)


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