Das Klimabuch

Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Dürre und Hitzewellen, aber auch Kälteeinbrüche, Überflutungen und Starkregen: Die Klimakrise ist zu einem globalen Thema geworden, das niemand mehr ignorieren kann.
Hier setzt »Das Klimabuch« an: Mit der Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zur globalen Erwärmung zu leicht verständlichen Infografiken verarbeitet – für alle, die nicht nur begreifen, sondern auch handeln wollen.

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FALTER-Rezension

Klimawandel für Einsteiger

Klima: Esther Gonstallas Atlas serviert die Klimakrise fein garniert in leicht bekömmlichen, gut strukturierten Infohappen

Der Klimawandel mag das Thema der Stunde sein, aber wer hat ihn wirklich verstanden? Wer kann tatsächlich erklären, wie das Klimasystem funktioniert? Wer weiß, wie sich die Klimakrise wie konkret auswirkt? Die Infografikerin Esther Gonstalla verspricht, mit 50 Grafiken alles zu erklären, was man über das Klima wissen muss. Das ist eine starke Ansage. Schließlich gehört es in der Berichterstattung über die Klimakrise zu den fundamentalen Schwierigkeiten, sie so zu illustrieren, dass es dem Thema gerecht wird, aber trotzdem verständlich bleibt. Gonstalla gelingt genau das.

Gut strukturiert leitet sie den Laien von Anfang bis zum Ende durch das Buch. Die Autorin vermittelt zunächst physikalisches Grundlagenwissen, bevor sie die verschiedenen Einflüsse des Menschen auf das Weltklima beschreibt, die Folgen davon sichtbar macht und schließlich Lösungen anbietet. Der Bogen, den Gonstalla spannt, reicht vom natürlichen Treibhauseffekt bis zum nachhaltigen Konsum. In wohlportionierten Infohappen nimmt sie sich Thema um Thema vor, garniert alles mit schlüssigen, eleganten und simpel gehaltenen Grafiken und fügt das Ganze jeweils zu einem geschlossenen Erklärstück auf einer Doppelseite zusammen.

Man sieht dem Werk nicht nur Liebe zum grafischen Detail an, sondern auch die Recherche. Gonstalla destilliert aus Studien und Umweltberichten griffige Vergleiche und interessante Details. Eine bunte Auswahl daraus liest sich so: Der weltweite E-Mail-Verkehr erzeugt genauso viele CO2-Emissionen wie sieben Millionen Autos. Die zehn größten Flüsse Asiens würden ohne Gletscher – je nach Region – zwischen 20 und 80 Prozent schrumpfen. In den letzten 18 Jahren wurde weltweit eine Waldfläche gerodet, die flächenmäßig größer war als Indien. Im Sommer sinkt auf der Nordhalbkugel regelmäßig die CO2-Konzentration. Der Grund: „Je grüner es wird, desto mehr CO2 wird bei der Photosynthese von Blättern aufgenommen und als Kohlenstoff gespeichert.“

Gonstalla macht viel richtig, wenn auch nicht alles. So führt sie die Quellen für ihre Grafiken und Texte zwar an, aber nur gesammelt auf der Doppelseite. Eine genaue Zuordnung der einzelnen Zahlen und Textpassagen wird dadurch nicht ermöglicht. Manche Überschrift bleibt im Gegensatz zu den Grafiken einfallslos, nicht jedes Argument, nicht jede Grafik sitzt. Etwa, wenn Gonstalla beim Thema Agrarwende die Belastungen der Landwirtschaft in CO2-Emissionen misst, die möglichen Einsparungen allerdings wiederum für das klimaschädliche Gas Methan berechnet. Da werden Äpfel mit Birnen vermischt.

Oder wenn die Autorin erklärt, Klimaschutz beginne zu Hause, und sie neben Maßnahmen wie Gebäudedämmungen zu Handlungen rät, wie Recyclingpapier zu verwenden und beidseitig zu beschreiben. Da wird sehr Großes mit sehr Kleinem vermengt. Mit Minimalaktionen rettet man nicht die Welt, sondern sorgt eher dafür, Menschen mit kaum wirksamen Aktionen fehlzuleiten. Und während uns Fridays for Future lehrt, dass die wichtigste individuelle Tat nicht zu Hause beginnt, sondern auf der Straße, verkommt der Protest im Klimabuch zur Randnotiz.

All das ist Kritik auf hohem Niveau. Gonstalla hat ein großartiges Buch geschaffen, das in Happen genießbar und leicht zu verdauen ist. Sie bricht nicht nur Komplexes verständlich herunter, sondern setzt auch auf die richtigen Themen. Widmet sie sich auf der einen Seite ausführlich schauderhaften Bedrohung – die einzelnen Kipppunkte im Klimasystem, die die Klimakrise schlagartig verschärfen können, werden ausführlich behandelt –, so bleibt auf der anderen Seite auch genügend Platz für Hoffnung. Exemplarisch dafür die „Weltkarte des Wandels“, die Klimaschutz-Vorreiter auf der ganzen Welt verortet. Darunter San Francisco, wo 80 Prozent des Mülls wiederverwertet werden, die autofreie Stadt Houten in den Niederlanden und Costa Rica, das bereits zu 99 Prozent erneuerbare Energie nützt.

Wer den Klimawandel verstehen will, sich aber aufgrund der Komplexität des Themas bislang vor der Lektüre fürchtete, der bekommt mit dem „Klimabuch“ den richtigen Einstieg serviert.

Benedikt Narodoslawsky in Falter 41/2019 vom 11.10.2019 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783962381240
Erscheinungsdatum 05.08.2019
Umfang 128 Seiten
Genre Sachbücher/Natur, Technik/Natur
Format Hardcover
Verlag oekom verlag
Vorwort Hans-Joachim Schellnhuber
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