Goldmond

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Um den Klimawandel aufzuhalten, wurde die Menschheit in zwei Gruppen geteilt, in die Sterblichen und die Unsterblichen. Die junge sterbliche Elena muss in einer Fabrik arbeiten, um das Auskommen ihrer Familie zu sichern. Doch eines Tages fällt ihr der unsterbliche Leander direkt vor die Füße. Bei einem Unfall entgleist sein Zug hoch über der Fabrik und fällt durch das Dach. Elena eilt ihm zu Hilfe, am Ende ist aber sie es, die im Krankenhaus landet. Die zwei kommen sich näher, doch eine kriminelle Organisation nimmt die beiden ins Visier und schon bald müssen sie um ihr Leben kämpfen. Elena taucht dabei in Leanders futuristische Welt der fliegenden Autos und sprechenden Roboter ein. Kann ihre Liebe diese Grenzen überwinden?

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FALTER-Rezension

„Hat man halt mal gemacht“

Overwhelmed, überwältigt, das ist ein Begriff, den Tamara Glück oft gebraucht. Er beschreibt auch das Gefühl an jenem Februarfreitag, an dem sie endlich das heißersehnte Paket in Empfang nahm.

Der Karton im Vorraum des Liesinger Einfamilienhauses beinhaltet nun zwei Stapel eines Buches. Ihres eigenen. Innerhalb von sechs Monaten hat die 17-Jährige den 352-Seiten-Roman „Goldmond“ geschrieben.

Doch wie kommt eine Siebtklässlerin während Homeschooling und Corona-Sommer auf die Idee, ein ganzes Buch zu
schreiben? „Ich hab mir anfangs nicht viel dabei gedacht: Hat man halt mal gemacht, fertig“, sagt Tamara Glück mit eindrucksvoller Selbstverständlichkeit. „So wie man als Kind Bausteintürme baut, die dann wieder einstürzen. Ich meine, ich bin 17. Obviously“, im generationstypischen Patchwork aus Bundesdeutsch und Englisch.

Sie schreibe schon seit drei, vier Jahren Geschichten. Diese sei nun eben nicht unfertig in einer Lade verschwunden, auf Empfehlung einer Freundin habe sie das Manuskript an einen Verlag geschickt.

Dieser hat es vergangene Woche tatsächlich als Buch veröffentlicht.

Als „Roman der Generation Thunberg“ kündigte der Edition-A-Verlag „Goldmond“ an und hat damit nicht unrecht. Es handle sich um „eine Liebesgeschichte in einer vom Klimawandel geteilten Welt“.

Tamara Glücks Science-Fiction-Story offenbart schnell ihre Vorbilder: durch einen Romeo-und-Julia-Konflikt getrennte Liebende, mit ein wenig „Tribute von Panem“ hier, einem Hauch „Stranger Things“ da. Das Ganze verlegt in eine dystopische Zukunft, in der die Klimakrise die Menschheit in privilegierte Unsterbliche und unterdrückte Sterbliche geteilt hat. Das ist die Bühne für Tamara Glücks Lovestory.

„Ich lese wenige Bücher, die dafür ganz oft“, sagt Glück, 15 Mal habe sie die „Twilight“-Saga durchgenommen. Auch in ihrem „Goldmond“ werden Science-Fiction, Fantasy und Liebesroman zu einem.

Es ist die Art von Erzählung, die viele Mädchen und junge Frauen derzeit mögen: Eine starke Protagonistin geht ihren Weg – und verliebt sich doch wieder in einen sagenhaften Mann, der ihr stets zur Rettung eilt. Das populäre Strickmuster teilen sich aktuelle Marvel-Comics-Filme mit japanischen Manga.

Aber wieso arbeitet eine kritische junge Frau mit solchen Rollenklischees? „Ich glaube, es liegt ein bisschen in meiner Natur, dass ich als Mädchen jemanden anhimmeln will.“ Das Entscheidende sei, dass sich die beiden Hauptfiguren trotz aller Schwächen und Zweifel immer wieder füreinander entscheiden. Die Liebe eben.

Wahrscheinlich beschreibt Tamara Glücks Dystopie die neue Generation Jugendlicher ganz gut: im Kopf progressiv und im Herzen konservativ, politisch revolutionär bei braver Lebensführung.

Auch die Liesingerin ist keine rotzige Rebellin, sondern will ehrlich alles richtig machen: Wenn sie – selten – Fleisch isst, gleicht sie das negative Umweltkarma durch den Verzicht auf eine Autofahrt aus. Sie ist noch nie besoffen durch Bars getingelt, wenn sie schon etwas durch die Straßen brüllt, dann Parolen bei Fridays-for-Future-Demos. Sie mag Käse, Schokolade, den Song Contest und Musik von Conchita, ist weder auf Instagram noch auf TikTok.

Ihre Freizeit verbringt die Privatschülerin in Zusatzkursen wie „Working with English texts“, einer Wortwerkstatt, und der Chemieolympiade, ihre Leistungsorientierung bestätigt sie, ohne zu zögern: „Ja, danke.“ War die Bezeichnung Streberin einst eine Beleidigung, heftet sie sich die Einserschülerin an wie eine Auszeichnung.

Auch ihre persönliche Zukunft hat Glück schon geplant, aber weniger dystopisch: Im Herbst will sie studieren, Medizin vielleicht, oder Chemie, Bio oder Englisch auf Lehramt.

„Außer, das Buch schlägt ein, dann ist natürlich klar, was ich mache.“ Mit dem Zweiten hat sie bereits begonnen.

Birgit Wittstock in Falter 9/2021 vom 05.03.2021 (S. 43)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783990014707
Erscheinungsdatum 20.02.2021
Umfang 352 Seiten
Genre Belletristik/Science Fiction, Fantasy
Format Taschenbuch
Verlag edition a
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