I Blame You

von Obits

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Label: SUB POP
Format: LP (analog)
Genre: Rock englischsprachig
Umfang: 12 Tracks
Erscheinungsdatum: 27.03.2009

Rezension aus FALTER 20/2009

Black Francis alias Frank Black hat das dritte Album von Art Brut produziert, was zweifelsohne eine gute Idee war. Der alte Pixies-Giftzwerg lässt den dynamischen Rumpelrock des britischen Quintetts gepflegt, aber nie zu glatt klingen; Räudigkeit und Zugänglichkeit versteht er geschickt zu einen.
Wie auch schon seine beiden Vorgänger lebt "Art Brut vs. Satan" (Cooking Vinyl/Edel) nicht zuletzt von den pointierten Texten des irgendwo zwischen Indie-Nerd und Teenager-auf-Lebenszeit agierenden Sängers Eddie Argos, der alltägliche Kleinigkeiten zu charmanter Indierockpoesie verdichtet. Der Teufel im Titel ist übrigens jene breite Masse, die derart konsequent zur falschen Musik greift, dass Argos schlaflose Nächte durchleiden muss. In diesem Sinne: Viel Glück bei der Bekehrung!
Während Art Brut eine Teufelsaustreibung mit den Mitteln des Indierock anstreben, möchte Stephen McBean alias Pink Mountaintops die Welt neuerdings mit einer prächtigen Mixtur aus kirchenliedähnlicher Erhabenheit und monotonem Drogenrock zum Wahren, Guten und Schönen bekehren. Nutzte der Gitarrist und Songwriter der kanadischen Psychedelik-Rocker Black Mountain sein Soloprojekt bisher als stilistisch breite Spielweise, legt er mit "Outside Love" (Jagjaguwar/Trost) jetzt ein erstaunlich konzises drittes Album vor, das mit Pauken und Trompeten zum Tanz ins Glück lädt.
Umso zerrissener gibt sich "Tut Tut, Now Shake Ya Butt" (Truth Cult/Trost), das neue Werk des New Yorker Kunstpunkduos Japanther. Eine Handvoll veritabler 1-Akkord-Sing-Along-Kracher mit Elektronikunterstützung stehen hier neben zwei Zehnminütern, in denen Spoken-Word-Poesie wahlweise rhythmisch oder krachig unterlegt wird. Klingt zerfahren und etwas seltsam, aber auch ziemlich gut.
Ihre sieben Zwetschken hörbar beisammen haben die Obits. "Innovation ist eine überschätzte Qualität", meint Rick Froberg, Sänger und Gitarrist des New Yorker Quartetts. Womit er in diesem Fall auch Recht hat: Garagenrock muss nicht innovativ sein, er muss knallen – und das tun die bei aller Schnittigkeit durchaus auch beseelten Songs des mit tiefhängenden Gitarren angerichteten Obits-Debüts "I Blame You" (Sub Pop/Trost) allemal.

Gerhard Stöger in FALTER 20/2009 vom 15.05.2009 (S. 25)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Outside Love (Pink Mountaintops)
Vs. Satan (Art Brut)
Tut Tut Now Shake Ya Butt (Japanther)
  Song-Titel
1.  Widow Of My Dreams  
2.  Pine On  
3.  Fake Kinkade  
4.  Two-Headed Coin  
5.  Run  
6.  I Blame You  
7.  Talking To The Dog  
8.  Light Sweet Crude  
9.  Lilies In The Street  
10.  Sud  
11.  Milk Cow Blues  
12.  Back And Forth  

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