Quattro Illustrazioni
Suite No. 8

von Markus Hinterhäuser, Giacinto Scelsi

Derzeit nicht lieferbar

Label: col legno.
Erscheinungsdatum: 01.01.2004

Rezension aus FALTER 23/2003

Musik, "bei der ein gehöriges Maß an Irrationalität mit im Spiel ist", spielt der Pianist Markus Hinterhäuser am liebsten, und diese Qualität findet er nicht nur bei Franz Schubert (siehe Artikel rechts), sondern vor allem auch bei Komponisten des 20. Jahrhunderts wie John Cage, Galina Ustwolskaja, Morton Feldman - und eben bei Giacinto Scelsi. Der geheimnisvolle italienische Graf (1905-1988) darf sogar als ein wahrer Meister des Irrationalen, des Obskuren und Mystisch-Magischen gelten, wie schon die Titel der drei Anfang der Fünfzigerjahre entstandenen Klavierstücke dieser CD zeigen: "Vier Illustrationen (zu den Verwandlungen Vishnus)", "Bot-Ba" und "Cinque Incantesimi" ("Fünf Zaubersprüche") verdanken sich musikalischen Anregungen aus der Improvisation ebenso wie außermusikalischen Einflüssen durch den Hinduismus, durch tibetanische Rituale und die Zeichnungen des mit Drogen experimentierenden Schriftstellers Henri Michaux. Wer dabei nun esoterischen Schwulst erwartet, liegt allerdings gehörig falsch, wie Hinterhäuser mit seiner eindringlichen Interpretation dieser teils meditativen, teils eruptiven Klangplastiken beweist. Sozusagen in historischer Aufführungspraxis spielt er Scelsis Musik auf einem fünfzig Jahre alten Flügel, dem man die physische Extrembelastung durchaus anhört - was das musikalische Ergebnis jedoch keineswegs beeinträchtigt, sondern im Gegenteil zu einer Körperlichkeit des Klangs führt, wie man sie gerade auf CD selten erlebt.

Carsten Fastner in FALTER 23/2003 vom 06.06.2003 (S. 64)


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