Mein Nachbar Thomas Bernhard

von Johann Maxwald sen.

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Eigenverlag
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 50/2002

Die längst uferlose Sekundärliteratur zu Thomas Bernhard ist um ein kurioses Kapitel reicher: Nun hat auch der Nachbarbauer seine Erinnerungen an den berühmten Autor niedergeschrieben. Der 76-jährige Johann Maxwald sen. berichtet in dem schmalen Band "Mein Nachbar Thomas Bernhard" buchstäblich aus nächster Nähe über den Schriftsteller, der 1965 den unmittelbar neben seinem Anwesen gelegenen Hof im oberösterreichischen Nathal erwarb. Einfach und sachlich, aber nicht ohne Witz notiert Maxwald Beobachtungen und Anekdoten aus 24 Jahren Nachbarschaft; respektvoll beschreibt er den Schriftsteller als eher verschlossenen, aber durchaus freundlichen Zeitgenossen. Dass Bernhard auch schwierig sein konnte, zeigt der ausführlich dokumentierte Streit um einen Mastschweinestall, den Maxwald neben seinem Hof errichten wollte. Bernhard bot schließlich einen Vergleich an: Wenn sich der Nachbar bereit erkläre, den Stall anderswo zu errichten, werde er die Mehrkosten übernehmen - man einigte sich auf 100.000 Schilling. Die Pointe des Deals erfuhr der Nachbar erst nach Bernhards Tod: In Vertragsverhandlungen mit dem Suhrkamp Verlag hatte sich der Autor bitter über einen Bauern beklagt, der ihn mit einem Schweinestall erpresse - "Kostenpunkt der Abwehr: 200.000 Schilling".

Bestelladresse: 4694 Ohlsdorf, Nathal 7 bzw. j.maxwald@nusurf.atDer Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair, der Bernhard damals den Hof vermittelt hatte und anschließend zehn Jahre lang mit dem Autor befreundet war, veröffentlichte vor zwei Jahren das Tagebuch "Ein Jahr mit Thomas Bernhard". Unter dem Titel "das größte Scheusal, das mir je untergekommen ist" ist jetzt ein Interviewbändchen erschienen, in dem Hennetmair mit dem Salzburger Schriftsteller Max Blaeulich über Bernhard spricht. "Er hat sehr viel Zwiebel gern gehabt bei der sauren Wurscht." Womit auch das geklärt wäre.

Bestelladresse: 5026 Salzburg, Uferstraße 8 bzw. antiquariat.weinek@utanet.at

Wolfgang Kralicek in FALTER 50/2002 vom 13.12.2002 (S. 78)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

... das größte Scheusal, das mir je untergekommen ist (Max Blaeulich)

Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb