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Label: Blue Note/EMI
Erscheinungsdatum: 15.03.2006

Rezension aus FALTER 11/2006

Der kubanische Pianist Gonzalo Rubalcaba hat mit Joe Lovano und Charlie Haden zusammengespielt (und für Letzteres auch einen Grammy kassiert) und legt nun sein erstes Soloalbum auf Blue Note vor: 15 großteils aus eigener Feder, vielfach auch von kubanischen Komponisten stammende Stücke, gesättigt von einem Saudade-Feeling im Nadelstreif, wie überhaupt diese Musik viel stärker auf den Konzertsaal als auf den Jazzklub zielt. Den satten, dunklen Klang seines Bösendorfer-Flügels nutzt Rubalcaba bis zum Anschlag durch dynamische Nuancen und Kontraste. Fragmentarische Andeutungen und irrlichternde Single-Line-Abschweifungen und eine doch stark zur Manier tendierende Rhythmisierung voller Verzögerungen und Auslassungen zählen zu den herausragenden Merkmalen eines Pianisten, der jeden Ansatz von Groove oder melodischem Fluss dem eigenen, nicht ganz unprätentiösen Kunstanspruch unterordnet.

Klaus Nüchtern in FALTER 11/2006 vom 17.03.2006 (S. 54)


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