Supposed Former Infatuation Junkie

von Alanis Morissette

Derzeit nicht lieferbar

Label: Maverick/Warner
Erscheinungsdatum: 01.01.1998

Rezension aus FALTER 45/1998

Okay, auch ich war einer von jenen 28 Millionen, die Alanis Morissettes Debüt-Album "Jagged Little Pill" gekauft haben, und außer mir kannte ich keinen, der das Album wirklich gemocht hat. Ich halte "MTV-kompatibel" freilich auch nicht a priori für einen Bannfluch und erfreute mich an dem hübschen Video-Clip zu "Ironic" (A.M. mit Pudelhaube und Zöpfchen). Mit ihrem zweiten Album ist es Morissette nun leider gelungen, die Kritiker, die schon "Jagged Little Pill" nicht ausgehalten haben, a posteriori zu bestätigen. Der geilen Refrains und hooklines, die auf dem Vorgängeralbum noch zu finden waren, beraubt, hat man ihre Stimme, die ständig am Kippen ist, bald über: Kaum setzt der Song ein, hat Morissette schon irgendeinen Vorwurf parat. Hier artikuliert sich weniger eine selbstbewußte zornige Frau als vielmehr eine rechte Nervensäge, die alle Welt ständig mit ihrem Liebesweh und Weltschmerz peinigen muß. Zudem hat man Morissettes Stimme mit einem Sound zugekleistert, der hoffnungslos overdesigned ist und nicht nur mit den ewiggleichen Beats unterfüttert (damit es nicht einfach nach Alternative Rock klingt), sondern auch noch Keyboards, Streicher, überdrehte Schweinerockgitarren und sonst allerhand untergejubelt, wobei die Vokalverdoppelungen mit zum Schlimmsten gehören.

in FALTER 45/1998 vom 13.11.1998 (S. 63)


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