Label: EMI
Erscheinungsdatum: 01.01.1998

Rezension aus FALTER 47/1998

Als Johannes Brahms nach jahrelanger Überarbeitung 1859 endlich sein erstes Klavierkonzert fertigstellte, hatte der 26jährige damit das "bis dahin symphonischste Konzert" geschaffen. Simon Rattle, sein City of Birmingham Symphony Orchestra und der Pianist Leif Ove Andsnes haben das nicht vergessen: So, wie Brahms auf die damals modischen Kunststückchen für den Pianisten verzichtete, machen auch sie aus dem Werk mehr als nur ein schillerndes Solistenkonzert. Wenn Andsnes mal ein bißchen brillieren oder sich spielen darf und das CBSO mit voller symphonischer Wucht dazwischenfährt. Eine Neuentdeckung ist der finnische Komponist Magnus Lindberg zwar schon lange nicht mehr, seine Musik aber allemal das Erfreulichste, das Wien modern dieses Jahr vom nördlichen Rand Europas bietet: Inmitten all des - derzeit so populären - nachdenklich-sanften Schönklangbreis aus Skandinavien und dem Baltikum fallen seine energiegeladenen, kraftvollen Werke eben nicht nur durch ihre starke Eigenständigkeit auf. Auch für Lindberg spielt der Klang eine zentrale Rolle; auf das Spektrum zwischen molliger Cellowärme und schillerndem Geigenflirren beschränkt er sich, als ehemaliger Schüler des (gerade verstorbenen) Gérard Grisey mit der musique spéctrale durchaus vertraut, deswegen noch lange nicht. Wie deutlich Lindberg in seiner Tonsprache sein kann, ohne platt zu werden, zeigte er gerade mit seinem neuesten Werk, dem technoesken "Related Rocks"

in FALTER 47/1998 vom 27.11.1998 (S. 70)


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