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Label: Teldec/Warner
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 9/1999

Musikalische Männerfreundschaften: Johannes Brahms und der Geigenvirtuose Joseph Joachim halfen sich nicht nur immer wieder gegenseitig über schöpferische Selbstzweifel hinweg, für Joachim verließ Brahms 1878 auch das ihm vertraute Klavier und komponierte dem Freund sein einziges Violinkonzert in die linke Hand - ein lockeres und undramatisches Werk (bei Brahms nicht gerade die Regel), das dem Solisten genügend Möglichkeiten zu virtuosem Glänzen bietet und dabei auch das Orchester mit ausgiebigen Tutti-Passagen zur Geltung kommen läßt. Die Herren Vengerov und Barenboim (im Booklet beim männlich-verbrüdernden Armdrücken zu sehen) kommen mit diesem Konzert in ihrer Live-Einspielung ganz ausgezeichnet zurecht. Kraft- und schwungvoll meistern sie den ausladenden ersten Satz, wobei sich Vengerov mit einer eigenen, nicht gänzlich ausnotierten Kadenz sogar in die (fast vergessene) Tradition des improvisierenden Solisten stellt. Das Chicago Symphony Orchestra darf vor allem im zweiten Satz (das ist der, der wie die DDR-Hymne klingt) zeigen, daß es sich hinter Vengerovs brillantem Klang nicht zu verstecken braucht. Bei der ebenfalls eingespielten dritten Violinsonate jedoch geht Vengerov und Barenboim am Klavier die Energie durch: Wie verbissen scheinen die beiden um die klangliche Vorherrschaft zu ringen, finden dynamisch nie wirklich zueinander, und trotz sehr gemäßigten Tempos rennt Barenboim seinem Partner im Finalsatz sogar beinahe davon.

in FALTER 9/1999 vom 05.03.1999 (S. 66)


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