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Label: EMI
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 38/1999

Gerade heute kann es einem leicht mulmig werden, wenn man die Apokalypse nach Johannes so kompakt zusammengefasst bekommt wie bei Franz Schmidts "Das Buch mit sieben Siegeln". Der Spätestromantiker erzählt in seinem 1938 uraufgeführten Hauptwerk von einer schwarzen Sonne, zu Boden fallenden Sternen, anschwellenden Wasserfluten und fürchterlichen Stürmen auf eine Art, die musikalisch nicht jedermanns Sache ist: sehr ernst, sehr dicht und ohne sich um die musikalischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zu scheren - aber auch in perfekter Beherrschung klassizistischer Kompositionsregeln und der riesigen Besetzung. Wer die Nerven für diesen mehr als 100-minütigen, tief beeindruckenden Brocken aufbringt, bekommt mit Welser-Mösts Einspielung eine ausgefeilte Interpretation, die mit Stig Andersen - entgegen der Aufführungstradition, aber im Sinne des Komponisten - erstmals einen Heldentenor statt eines lyrischen Tenors als Johannes besetzt.

in FALTER 38/1999 vom 24.09.1999 (S. 66)


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