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Label: RCA/Sony BMG
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 45/1999

Caruso - rauschfrei! Was dem ORF und seinem Symphonieorchester mit "Caruso 2000" gelang, ist zumindest in tontechnischer Hinsicht beeindruckend: Aus 16 zwischen 1906 und 1920 entstandenen, verrauschten und verkratzten Aufnahmen des italienischen Tenors wurde dessen "Jahrhundertstimme" digital freigestellt, klanglich aufpoliert und dem RSO Wien unter Gottfried Rabl im Playback-Verfahren zur Begleitung zugespielt. Wie unglaublich viel dabei von Carusos Stimme wiedergewonnen werden konnte, lässt ein unverändert belassener Vergleichstrack erkennen. Für den musikalischen Genuss, wie ihn Caruso-Fans seinerzeit selbst bei eiernden Schellacks empfunden haben mögen, langt die Rekonstruktion dennoch nicht - vor allem weil die beiden Klangwelten bei den Verdi-, Massenet- und Rossiniarien nicht mehr zusammenfinden: Das RSO klingt - fatalerweise - so gut, wie Orchesteraufnahmen heutzutage eben klingen, Caruso so gut, wie er eben kann - also bestenfalls wie aus den Sechzigerjahren. So wird die "größte Stimme des Jahrhunderts" vom modernen Orchester einfach überfahren. Positiver Nebeneffekt: Wer die für zeitgenössische Ohren ziemlich manieriert daherkommenden Rubati Carusos in dieser neuen Deutlichkeit hört, erkennt vielleicht, dass es auch heute noch gute Sänger gibt.

in FALTER 45/1999 vom 12.11.1999 (S. 69)


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