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Label: Traumton
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 50/1999

Den Hans-Koller-Preis 1999 erhielt zwar Max Nagl, der Gitarrist Martin Koller (nicht verwandt) konnte aber gleich zweimal reüssieren: als Newcomer des Jahres und mit dem besten Album des Jahres. Die erste Entscheidung kann man in Kenntnis des Albums begrüßen, die zweite erscheint mir aus just denselben Gründen anzweifelbar. "Right Now" leidet nämlich ein bisschen unter einem Übermaß an Ambition, die einem "Newcomer" ja zweifellos zusteht. Die Nummer "Subharmonic Dawn (Liquid Mix)" ist Nils Petter Molvaer gewidmet, und an dem norwegischen Trompeter und TripHop-Jazzer orientiert sich Koller auch hörbar. Im Unterschied zu Molvaers "Khmer" gelingt es "Right Now" aber nicht, eine stimmige und durchgängige Atmosphäre herzustellen, er will das vielleicht auch gar nicht. Am schlüssigsten ist, wenn sich die Gitarre über schweren Grooves und grundelndem Bass entfaltet ("13 Haviland Street"); deutlich weniger nachvollziehbar ist es, wenn flirrende, ligetiesk anmutende Pizzikati von deutlich synthetischen Streichern abgelöst werden, worauf sich später brachiale Gruselrockriffs einstellen, oder wenn "Trippin'" nach mächtigem elektronischem Materialaufwand wieder zu Gerald Preinfalks Selbstgesprächen an diversen Reeds zurückkehrt. Aber das ist bei Gitarristen nun mal so: Sie müssen zeigen, was sie alles drauf und bei der Hand haben. Nachher kann mans ja vielleicht etwas entspannter angehen.

in FALTER 50/1999 vom 17.12.1999 (S. 70)


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