Label: EMI
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 1-2/2000

Briten sind anders. Auch in der Musik. Auf dem Kontinent wird ihre nicht eben reiche Musiktradition oft selbstgefällig belächelt, und wenn der junge englische Komponist Thomas Ades in einem CD-Booklet schon mit Henry Purcell und Benjamin Britten in eine Reihe gestellt wurde, liegt die zynische Frage nahe: mit wem denn sonst? Doch anders als die meisten seiner Kollegen vom Festland hat der 28-Jährige die Unterstützung eines großen (natürlich englischen) Labels hinter sich, das mit "Asyla" nun schon die vierte Ades-CD veröffentlichte und für das titelgebende Orchesterstück sogar Simon Rattle verpflichten konnte (das "Concerto Conciso", "These Premises Are Alarmed", die Kammersinfonie und "... But All Shall Be Well" dirigiert der Komponist selbst). Natürlich macht es Ades den EMI-Managern auch nicht allzu schwer, sich für ihn einzusetzen: Seine Musik schreckt vor neuen Klängen ebenso wenig zurück wie vor Altbekanntem und kommt so manchmal vielleicht allzu eklektizistisch daher; Hauptsache scheint ihre sinnliche Wirksamkeit zu sein, die sich vor allem aus Ades' rhythmischem Einfallsreichtum speist - auch wenns dann hie und da schlicht banal klingen mag. Nach Ades klingt es jedenfalls immer, und allein das zeigt, dass der Mann einiges draufhat.

in FALTER 1-2/2000 vom 14.01.2000 (S. 59)


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