Solid Ether

von Nils Petter Molvaer

Derzeit nicht lieferbar

Label: ECM/Lotus
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 22/2000

"Khmer", das "Trip-Hop-Jazz"-Album des norwegischen Wunderwuzzis Nils Petter Molvaer, wurde bei Erscheinen (1997) als Frischzellenkultur des Jazz abgefeiert. Nicht zu Unrecht, denn die Fusion von Ambient-Sounds, fetten Beats oder scharfkantigen Gitarrenriffs mit elegischen Trompetenlinien war einer der mit Abstand schlüssigsten Versuche, den Jazz aus dem Eck des Neohistorismus oder der mehr oder weniger spannenden Fortführung gediegenen Instrumentalistenhandwerks herauszuholen. Nun liegt mit "Solid Ether" das Nachfolge-Opus vor. Es muss ganz schön kalt sein, damit Äther fest wird, und eine klischeehafte Kälte-Metaphorik spukt auch durch das ganze Album. Man spürt förmlich die Frostfahnen, die vom Mund des Trompeters wehen. "Kakonita" stammt aus dem Film "Frozen Heart" und klingt - mit seinen klerikalen Keyboardakkorden - leider auch so. Die aparte Stimme von Sidsel Endresen beschwört menschliche Hinfälligkeit ("you'll leave just a shadow like trains forever leaving station"). Das Überraschende, Neue von "Khmer" ist hier einem ästhetischen Kalkül gewichen, das so durchschaubar ist wie die Dramaturgie der einzelnen Stücke, die ihre leicht anämische Blässe nur selten ("Trip") durch etwas mehr Soul überwinden.

in FALTER 22/2000 vom 02.06.2000 (S. 64)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb