Playback Play

von Mauricio Kagel

Derzeit nicht lieferbar

Label: Winter & Winter
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 41/2000

Ein Posaunist übt Arpeggi, ein Pianist Läufe, ein E-Gitarrist stimmt noch schnell sein Instrument; China-Restaurant-Muzak von der Endlosschleife mischt sich unter das bös verschleppte Humpta einer Blaskapelle, ein klassisches Streichquartett wird übertönt von billigen Techno-Rhythmen aus der Konserve; dazwischen Gesprächsfetzen, Applaus, Liedvorträge, und über all dem immer wieder die Stimme aus dem Lautsprecher: "Mr. XY, please contact stand 314, hall G, immediately." Schon der akustische Alltag kann grausam sein, die soundscape einer Musikmesse aber ist die Hölle - also irgendwie auch reizvoll: Mauricio Kagel, einer der zeitgenössischen Komponisten, die sich jedem Schubladisierungsversuch durch permanenten Genrewechsel erfolgreich entziehen, hat sich vom ersten Messebesuch seines Lebens inspirieren lassen: In "Playback Play" lässt er die Hörer durch das Klangkontinuum einer Messe mäandern, das ständig variiert, in dem sich unterschiedlichste Raumklänge abwechseln, überschneiden und die Hörperspektiven verschieben. Heutzutage hält man so etwas gerne für Computermusik; ein Eindruck, den Kagel mit der Bezeichnung "Radiostück" zu bestätigen scheint. Tatsächlich aber wird dieser akustische Spaziergang vom Neue-Musik-Ensemble MusikFabrik Nordrhein-Westfalen live gespielt und durch Zuspielungen von Band "nur" ergänzt. Musique concrete at its best.

in FALTER 41/2000 vom 13.10.2000 (S. 71)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb