Split

von Patricia Barber

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Label: Premonition Records/edel
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 43/2000

Wer das Konzert von Patricia Barber beim heurigen Jazzfest Wien miterlebte, konnte entweder enttäuscht darüber sein, dass eine der intelligentesten Singer/Songwriterinnen des aktuellen Jazz so wenig Eigenes anspielte. Oder sich darüber freuen, dass die Pianistin und Sängerin einigen ausgewählten Kapiteln des großen US-amerikanischen Liederbuchs eigenständige Deutungen abgewinnen konnte. Nur der Ort - das Audimax der TU-Wien - war eindeutig der falsche. Denn Barbers Bühnen sind die kleinen Clubs: Seit mehr als einem Jahrzehnt tritt sie regelmäßig in der Gold Star Sardine Bar und im Green Mill in Chicago auf. Wie das klingt, lässt sich nun gleich auf zwei CDs nachhören: auf "Nightclub", ihrer Premiere beim renommierten Label Blue Note, und auf "Split", ihrem neu aufgelegten Plattendebüt aus dem Jahr 1989 - beide Male in klassischer Klaviertrio-Besetzung. Der direkte Vergleich macht indes unsicher, denn beim ersten Hinhören klingt "Split" routinierter und technisch versierter als Barbers neueste Aufnahme, bei der auch die Altmeister Marc Johnson (b) und Adam Nussbaum (dr) mitwirken. Und während beim Debüt noch einige interessante Eigenkompositionen dabei waren, gibt es auf "Nightclub" nur die alten Hadern. Die allerdings werden so schonungslos intim und mit so viel Nähe dargeboten, dass es mitunter schon fast peinlich wird. Wie im Nachtklub eben: gefühlsechte Musik für sehr späte Stunden.

in FALTER 43/2000 vom 27.10.2000 (S. 59)


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