Klavierkonzerte Nr. 1, 2 und 4

von La Gaia Scienza, Murray Perahia, Johannes Brahms

Derzeit nicht lieferbar

Label: Sony BMG
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 29/2001

Blutroter Hintergrund, darauf in Knallblau ein Porträt des jungen Brahms mit Pistole vor den Augen: So wünschte sich der Komponist selbst das Titelblatt seines Klavierquartetts c-moll; nun haben La Gaia Scienza diesen sarkastischen Vorschlag auf ihrem CD-Cover ebenso passend realisiert, wie sie das hochemotional aufgeladene Werk auch musikalisch ganz in Brahms' Sinn umgesetzt haben dürften. Der hatte sich nämlich in seiner unglücklichen Liebe zu Clara Schumann wie Goethes junger Werther gefühlt. Nur, dass er die Pistole nicht auf sich richtete, sondern eines seiner stürmischsten Stücke schrieb, hin- und hergerissen zwischen zärtlichsten Lyrismen, nervöser Aufgeregtheit und bleicher Todessehnsucht. Wobei La Gaia Scienza diese schroffen Brüche durch für heutige Ohren bei romantischer Musik ungewohnte historische Instrumente klanglich noch verstärken. Umgekehrt bei Murray Perahias Bach-CD: Beinahe anachronistisch frönt er dem für barocke Musik längst schon ungewohnten Klavierschönklang. Das geht zum Teil auf Kosten der begleitenden Academy of St. Martin in the Fields, kommt im Solopart aber einer klanglich wie dynamisch differenzierten Aufnahme zugute, die ihresgleichen sucht.

in FALTER 29/2001 vom 20.07.2001 (S. 58)


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