Don't panic!

von Guy Livingston

Derzeit nicht lieferbar

Label: Wergo/Lotus
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 42/2001

Pierre Boulez wollte nicht. Aber jede Menge anderer Komponisten - von Louis Andriessen über Moritz Eggert bis zu Elliot Sharp - haben eine ungewöhnliche Bitte des Pianisten Guy Livingston erfüllt. Der Amerikaner, der seit Jahren in Paris lebt und dort einem ziemlich unverkrampften Avantgarde-Begriff frönt (wer dabei an George Antheil denkt, hat wohl nicht ganz Unrecht), wollte von 60 Komponisten aus 18 Ländern je ein Klavierstück - in der Länge von höchstens 60 Sekunden. Die Ergebnisse liegen nun unter dem Titel "don't panic!" auf CD vor, und das Erstaunliche daran ist noch nicht einmal die schiere Menge der eingereichten Stücke, sondern der vielfältige Einfallsreichtum der Komponisten angesichts der strengen (und weitgehend eingehaltenen) Vorgabe. "MTV kann heute in einer Minute genügend Müll ausspeien, um einem den ganzen Tag zu verderben", meint etwa der Brite Dan Warburton, der sich so etwas mit den 69 Sekunden seiner "Speed Study I" sicher nicht zuschulden kommen lassen wird; der Münchner Moritz Eggert lieferte mit "Hämmerklavier XI" gleich 60 Stücke von je einer Sekunde Länge ab; Daniel Landau aus Den Haag griff für sein "Losing it again" auf effektvolle elektronische Erweiterung zurück; und via Internetwettbewerb (www.parisTransatlantic.com) schaffte es sogar Ketzel Cotel aus New York auf die CD - weil sein "piece for paws" musikalisch überzeugte, wie Livingston im Booklet betont, und nicht, weil Ketzel eine Katze ist. In 60 Zeichen gesagt: Auf "don't panic!" kommt Neue Musik so unterhaltsam daher wie selten.

in FALTER 42/2001 vom 19.10.2001 (S. 65)


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