Chicago Underground Quartet

von Chicago Underground Quartet

Derzeit nicht lieferbar

Label: Thrill Jockey/Trost
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 3/2002

Was vom Namen her wie eine Freejazz-Formation der Sechziger klingt, ist in Wirklichkeit die Weiterentwicklung eines seit 1995 bestehenden Band-Nucleus und so etwas wie das musikalische Versöhnungsparadigma, auf das sich Jazzer, Elektronikfreaks und Postrockisten einigen können. Kornettist Rob Mazurek spielte u.a. auch bei Tortoise und Gastr del Sol, verfügt aber über eine Jazzsozialisation. Das hört man auch: Ein Hauch von Albert Aylers mächtigem Atem wogt durch "Welcome", Lyrismen à la Miles Davis beeinflussen nicht nur Mazureks Kornett-Spiel, sondern den Gestus der Musik, und auf "Nostalgia" trudelt nach zwei Minuten absoluter Stille eine musikalische Postkarte ein, die wohl Ornette Coleman und Don Cherry seinerzeit aufgegeben haben. Es ist eine ebenso kontrollierte wie atmosphärisch dichte Musik, sympathisch lakonisch und poetisch zugleich. Wenn der Jazz heute den Arsch noch hochkriegt, dann ohnehin nur, wenn er über die Bande jüngerer Entwicklungen in anderen Genres gespielt wird. Das Chicago Underground Quartet liefert einen vitalen Beleg für diese Hypothese.

in FALTER 3/2002 vom 18.01.2002 (S. 55)


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