Saints

von Marc Ribot

Derzeit nicht lieferbar

Label: Atlantic/Warner
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 8/2002

siMit seinem jüngsten Album knüpft der Gitarrist, der erst unlängst in Wien auftrat, an seine vor vier Jahren erschienene CD "Don't Blame Me" an. Einmal mehr folgt er dem Motto "Reichtum durch Ärmlichkeit", indem er sich auf seiner gar nicht, kaum oder ein bisschen verstärkten E-Gitarre durch ein Repertoire fingert, das vom Gospel-Klassiker "Go Down Moses" bis zu John Zorn reicht. Als Schwerpunkt enthält es drei Nummern des legendären Saxophonisten Albert Ayler, der einst den Free Jazz "volkstümlicher" machte, indem er Jahrmarkt und Kirchenchor in die Musik brachte. Ribot folgt einer ähnlichen Strategie der artifiziellen Archaik: Stolpernd und betont ungelenk spielt er Altbekanntes und lässt es auf diese Weise erklingen, als wärs zum ersten Mal. Das funktioniert vor allem bei musikalischem Allgemeingut wie dem traditionellen "St. James Infirmary" oder "Happiness Is a Warm Gun" von Lennon/McCartney: Dekonstruktivismus als Konstruktivismus in einer Ästhetik, die das Antidot zu jener überkandidelt ausgefuchsten Gitarrero-Ästhetik bereitstellt, wie sie etwa John Scofields jüngstes Album "Überjam" unter die Hörer bringt.

in FALTER 8/2002 vom 22.02.2002 (S. 61)


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