St. Louis Blues

von Aki Takase

Derzeit nicht lieferbar

Label: Enja/Soulfood
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 9/2002

Wenn sich aus drei Kontinenten stammende Musiker des "Father of the Blues", W.C. Handy, annehmen, ist das Grund genug, die Ohren zu spitzen. Gleich zweimal erklingt dabei der Titel-Song: Die Bassklarinette knarzt und versinkt in samtenem Vibrato, unterfangen von weichen Akkorden des Pianos, ehe sich die beiden in einen kessen Dialog begeben, die zweite Version führt von elegischem Intro aufs Tanzparkett. Die Musiker setzen nicht auf pseudo-authentische Blues-Rekonstruktion, sondern adaptieren dessen basales Vokabular für ihre Musik. Auf dem von Fred Frith eröffneten "Way Down South Where the Blues Began" wird denn auch nach Lust und Laune geschraddelt, geklimpert und gekiekst. Das programmatisch betitelte "Jazz Ain't What It Used To Be" führt die Vokalisierungskünste des Posaunisten Nils Wogram vor und eine Mischung aus Nostalgie und Ironie, wie sie für das Album insgesamt nicht untypisch ist. Und ein Stück wie "Eine Drehorgel aus dem 21. Jahrhundert" spricht schon im Titel an, worum es geht: das Vulgäre, Jahrmarktmäßige mit dem Zeitgemäßen zu versöhnen. Das ist zumindest teilweise gelungen.

in FALTER 9/2002 vom 01.03.2002 (S. 69)


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