Blood Money

von Tom Waits

Derzeit nicht lieferbar

Label: Anti-/edel
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 19/2002

Lowlife-Chronist Tom Waits veröffentlicht gleichzeitig zwei CDs, deren Songs in den Neunzigern für Theaterproduktionen von Robert Wilson entstanden. Die eine, "Alice", bietet starken Tobak: Frei nach "Alice im Wunderland" findet sich hier mindestens eine Hand voll neuer Waits-Klassiker. Waits' Faible für Tin Pan Alley (U.S.-Schlager) erhält in diesen Arrangements (Marc Ribot fehlt) mitunter aber zu wenig Kontrast. Etwas dick aufgetragene Streicher und Waits' wiedererwachter Blue-Jazz drücken unglaublich aufs Gemüt. Einige Songs hören sich wie Überbleibsel aus Vorgänger-CDs an, die Zusammenstellung wirkt etwas beliebig. "Alice" wurde bereits 1992 aufgeführt, Waits zögerte bis jetzt mit den Aufnahmen. Kein organisches Werk des Meisters, vielmehr eine hervorragende "Lost Songs"-Sammlung. Für die zweite CD, "Blood Money", fand sich ein griffiges Konzept (Büchners Woyzeck trifft auf die Weimarer Musik) - und schon ist die Kunstfigur Waits in ihrem Element: Bar jeder Hoffnung ("Misery Is the River of the World", "Everything Goes to Hell"), zieht Waits das Publikum in seinen Bann. Statt der Streicher kommen hier Blasinstrumente, wie gewohnt Percussions und (vereinzelt) Gitarren zum Einsatz. "A Good Man Is Hard to Find" - aber auf Waits (und Weill) ist Verlass. Betreten Sie des eigenbrötlerischen Kunstgewerblers surreales Gewächshaus, in dem bizarrste Pflanzen, ja unheimliche Spezies gedeihen, und Sie werden wieder einmal aus dem Staunen nicht herauskommen.

in FALTER 19/2002 vom 10.05.2002 (S. 62)


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