The Long View

von Marty Ehrlich

Derzeit nicht lieferbar

Label: Enja/Soulfood
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 14/2003

Marty Ehrlich, einer der herausragenden Multi-Instrumentalisten des zeitgenössischen Jazz, legt mit seinem jüngsten Album sein bislang ambitioniertestes Werk vor: eine Komposition in sechs Sätzen und einem "Postlude" in verschiedenen Besetzungen, die vom Duo bis zum 13-köpfigen Ensemble reichen, wobei Ehrlich der (mit einer Ausnahme) einzige Solist (diverse Saxophone, Flöte) ist. Das gut einstündige Stück zählt in seinem Wechsel von auskomponierten und improvisierten Passagen, festgelegten und freien Parametern, swingender Rhythmik und Streicherklang zu jenen Versuchen, den Käfig des Jazz-Idioms aufzusprengen, die unter dem Begriff des "Third Stream" rubriziert wurden. Etwas von der Verkrampftheit und Überambitioniertheit, die vielen Stücken dieser Richtung eignet, haftet auch "The Long View" an: So spannend das Stück in seinen transparenten Kontrasten der vereinzelten oder streng in Brass- und Reeds-Section gesplitteten Instrumentalstimmen, mit seinen scharfen Wechseln in Rhythmus, Tempo und Gestik auch ist, so sehr bedauert man es, dass Ehrlich es sich und seinem Ensemble ständig versagt, auch einmal so richtig loszugrooven. Immerhin, die Ausfälle in diese Richtung sind viel versprechend.

in FALTER 14/2003 vom 04.04.2003 (S. 60)


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