Label: ECM/Lotus
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 17/2003

J.S. Bachs sechsstimmiges Ricercar aus dem "Musikalischen Opfer" in Anton Weberns neoromantischer Kammerorchestrierung (1935), dazu Weberns Streichquartett von 1905 in einer neuen Kammerorchesterfassung des Dirigenten Christoph Poppen sowie Weberns "Fünf Sätze für Streichquartett" (op. 5, 1909) in der eigenen Bearbeitung für Streichorchester; dazwischen Bachs Kantate "Christ lag in Todesbanden" (mit dem Hilliard Ensemble) und abschließend nochmal das Ricercar: Mit derart komplex "komponierten" Programmen eröffnet das Label ECM regelmäßig spannende Einblicke in musikalische Zusammenhänge quer durch die Jahrhunderte, im konkreten Fall - einem Nachfolgeprojekt von Poppens Bach-Bearbeitung "Morimur" - vor allem zu strukturellen Verwandtschaften zwischen dem Thomaskantor und dem romantischen Zwölftöner. Was so ein bisschen theoretisch scheinen mag, erweist sich beim Hören - gerade durch die die Ohren öffnende Pointe der Wiederholung des Ricercar - schnell als ungemein packendes musikalisches Erlebnis. siAuch aus Juliane Banses und András Schiffs Kombination von Mozart- und Debussyliedern mag man seine Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Melodie- und Textbehandlungen der beiden so verschiedenen Komponisten ziehen. Doch auch der Witz dieser Aufnahme liegt im überraschend stringenten musikalischen Spannungsbogen des ungewöhnlichen Programms.

in FALTER 17/2003 vom 25.04.2003 (S. 60)


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