Everything Must Go

von Steely Dan

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Label: Warner
Erscheinungsdatum: 01.01.2003


Rezension aus FALTER 25/2003

In den Siebzigern haben Walter Becker und Donald Fagen alias Steely Dan die Ironie in Kalifornien importiert, die Paradigmen des Genres "Erwachsenen-Pop" definiert und im Jahrestakt die dazugehörigen superlässigen Alben produziert. Die folgenden Jahrzehnte waren sie ziemlich faul, bis dann 2000 mit "Two Against Nature" das erste Studio-Album seit 20 Jahren erschien. Nun dürften die beiden wieder einen etwas flotteren Produktionsrhythmus gefunden haben. "Everything Must Go" ist ein mit allen Insignien des Steelydanism gewaschenes Album: slick, urban, cool. Man kennt das: die über unterkühlt-lässige Funkyness gelegten Gitarren-Licks, Fagens trockene Stimme, eingebettet in samtige Background Vocals, die ökonomisch eingesetzten Bläsersätze - gut klimatisierter +40-Pop, der allerdings langsam zum manierierten Selbstzitat zu verkommen droht. Über supermarktkompatiblem Groove wird unsere bunte Markt- und Medienwelt "kritisch" abgehandelt, und Steely Dan haben ihr erstes wirklich fades Album abgeliefert, auf dem kaum ein "Song" den hohen Standards der Band gerecht wird.

in FALTER 25/2003 vom 20.06.2003 (S. 55)


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