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Label: EMI
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 20/1999

Genau hinhören sollte man immer - manchmal braucht es aber noch ein bißchen mehr. Bei den sechs Trio Sonaten von Jan Dismas Zelenka etwa. Wer bei denen noch genauer hinhört, wird feststellen können, daß sie nicht einfach verschnörkeltes und fades Barockgedudel sind. Der tschechische Komponist am Dresdner Hof, Meister des vertrackten Kontrapunkts und der komplexen Polyphonie, fand in der kleinen Besetzung der Triosonaten (meist zwei Oboen, Fagott und Basso continuo) Gelegenheit, seinen Experimentierdrang voll auszuleben: Den Themen seiner großangelegten Fugen ist kaum zu folgen, seine Harmonik nicht nur für die Zeit (1721/22) geradezu tollkühn, voll schroffer Dissonanzen und Überraschungen (beim Mittelsatz der fünften Sonate etwa kommt Zelenka ganz ohne Tonika aus). Vor über 40 Jahren entdeckte der Oboist Heinz Holliger diesen immer noch zu wenig beachteten Komponisten wieder und spielte nun (mit Maurice Bourgue, Klaus Thunemann, Christiane Jaccottet u.a.) dessen Triosonaten bereits zum zweiten Mal ein: mit viel Sinn für jene Details, die Zelenkas Musik ausmachen, aber auch so musikalisch und lebendig, daß er trotz aller Bäume nie den Wald aus den Augen verliert.

Carsten Fastner in FALTER 20/1999 vom 21.05.1999 (S. 64)


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