Art & Fun

von Vienna Art Orchestra

Derzeit nicht lieferbar

Label: Emarcy
Erscheinungsdatum: 01.01.2002

Rezension aus FALTER 19/2002

Neben seiner musikalischen Kompetenz eignet dem Vienna Art Orchestra auch diejenige, sich selbst zu feiern. Gut so: Allein, dass eine Bigband auch 25 Jahre nach ihrer Gründung noch besteht, ist eine mehr als beachtliche Leistung. Erfreulich auch, dass das 21-köpfige Orchester sich auf seiner jüngsten Doppel-CD nicht über den Kanon von Strauß bis Ellington und Verdi bis Mingus, sondern ausschließlich übers Eigene hergemacht hat. Aus über 450 (!) Kompositionen bastelte V.A.O.-Chef Matthias Rüegg neue Stücke (wer die verwendeten Titel in der richtigen Reihenfolge bis Ende des Jahres identifizieren kann, kriegt eine Überraschung: www.vao.at). Kleiner Hinweis: "Un Poco Loco" stammt von Bud Powell. Ansonsten sind vermutlich wirklich "all compositions by Matthias Rüegg". Die musikalischen Qualitäten sind die gewohnten: Versiert, virtuos und voller Verve profilieren sich die Mitglieder des V.A.O. einmal mehr als die Harlem Globe Trotters des Jazz - mit dem entsprechenden (fragwürdigen) Hang zu Theatralik und Humorigkeit. Auf der zweiten CD wird das Programm der ersten dann von Martin Koller remixed: ein atmosphärisch aufgeladener Neo-Film noir, der Environment anstelle der Erzählung und Pastiche anstelle von Ironie setzt. Handbangingkompatibler Schweinerockbigbandjazz hat hier ebenso Platz wie neuelektronisches Klicken und die zappeligen Breakbeats, deren Regime die Soundpartikel des Originals untergeordnet werden. Ein interessanter, gekonnter Versuch, die Musik des V.A.O. im Gefriertrockenverfahren aufzubereiten, der in seiner Ungeniertheit stellenweise schon ein wenig an Vatermord denken lässt.

in FALTER 19/2002 vom 10.05.2002 (S. 62)


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