Round Black Ghosts 2

von Diverse

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Label: scape/Hoanzl
Erscheinungsdatum: 13.02.2009

Rezension aus FALTER 8/2009

Beats – dicke, fette Beats. Die Popmusik mag sich wieder verstärkt auf Kernkompetenzen wie Melodie und Songwriting verlegt haben. Davon ungeachtet wird weltweit munter weiter Groovestoff produziert, die volle Palette von brachial bis avanciert.
Bereits seit Monaten schwer angesagt, ist "Black Diamond" (Fabric/edel), das Debüt des portugiesischen Buraka Som Sistema, nun auch hierzulande offiziell erschienen. Dessen überdrehter, von tribalen Drums bestimmter Kuduro-Sound hat sich inzwischen keineswegs erschöpft.
Kuduro stammt ursprünglich aus Angola und wurde von Lissaboner Kids mit HipHop- und Techno-Einflüssen vermengt. Der Rhythmus, bei dem jeder mitmuss, klingt bisweilen wie eine Mischung aus M.I.A. und 2 Unlimited. Gerappt und gesungen wird vor allem auf Englisch, fallweise aber auch en portugués. Erfreulich, welche Blüten sich im urbanen Dschungel auch gut 35 Jahre nach der Erfindung des HipHop immer noch entwickeln können.
Der Hype-Mann von 2007 ist Diplo. Der US-Produzent, der für zahlreiche Künstler (z.B. M.I.A.) Beats fabrizierte, wurde gar als der neue Timbaland gehandelt. So weit in den Mainstream sind seine supersimplen, aber effektiven Arbeiten, die auf Trommeln und Bass fokussieren, freilich nie vorgedrungen. Die Remix-Sammlung
"Decent Work for Decent Pay" (Big Dada/Hoanzl) liefert einen Überblick über das, was man später wohl als Diplos beste Zeit in Erinnerung haben wird. Die Liste der bearbeiteten Acts reicht von Daft Punk über Bloc Party und Hot Chip bis zu Peter Bjorn & John.
Auch schon ein wenig Staub angesetzt hat Dubstep, nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung. Der aus britischen Schlafzimmer-Studios und Clubs stammende Sound erlangte leider weder die Breite noch die Qualität, die man ihm anfangs zugetraut hätte. Von wenigen Ausnahmen wie Kode 9 oder Burial abgesehen, präsentiert er sich ähnlich ausgelaugt wie Techno oder Drum 'n' Bass.
Dass immer noch Spannendes entstehen kann, demonstriert der von Stefan "Pole" Betke kompilierte Sampler "Round Black Ghosts 2" (~scape/Hoanzl). Keineswegs verkopft, aber intelligent werden in den Beiträgen von Martyn, Zed Bias oder Untold Dub- und Minimal-Ästhetiken mit voluminösen Bässen vermählt.

Sebastian Fasthuber in FALTER 8/2009 vom 20.02.2009 (S. 25)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Black Diamond (Buraka Som Sistema)
Decent Work for Decent Pay (Diplo)

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