Violin Concertos

von Nikolaj Znaider

Derzeit nicht lieferbar

Label: DG
Erscheinungsdatum: 24.02.2009

Rezension aus FALTER 9/2009

Daran wird wohl auch das aktuelle Mendelssohn-Jahr 2009 nichts ändern: Das beliebteste Violinkonzert der Klassikwelt stammt – geht man nach der Präsenz auf dem Plattenmarkt – nicht von dem Hamburger Komponisten, dessen 200. Geburtstag heuer gefeiert wird, sondern von dessen 24 Jahre jüngerem Landsmann Johannes Brahms.
Unspielbar sei dieses Violinkonzert D-Dur, op. 77, hieß es nach der Leipziger Uraufführung 1879; es sei nicht für, sondern gegen die Violine geschrieben, befand Hans von Bülow; und mancher Geigenvirtuose weigerte sich, es in sein Repertoire zu nehmen – aus Eifersucht auf die Oboe, der Brahms im zweiten Satz das schönste Thema zudachte.
Es war wohl eher die ungewöhnliche Anlage des Werks, die all diese Kritik provozierte. Nicht um eine möglichst prachtvolle Darstellung des Virtuosen ging es Brahms, sondern um eine sinfonisch gedachte Verschmelzung des – gleichwohl höchst anspruchsvollen – Soloparts mit dem Orchester. Und genau dafür wird das Konzert heute so geschätzt, dass kein Geiger mehr daran vorbeikommt.
Allein in den letzten Jahren entstanden Einspielungen mit Julia ­Fischer, Hilary Hahn, Thomas Zehetmair, Julian Rachlin, um nur die jüngeren Solisten zu nennen. Nun kommen zwei weitere bemerkenswerte Interpretationen hinzu.
Vadim Repin, das Gewandhaus­orchester und Riccardo Chailly nehmen die sinfonische Anlage des Konzerts besonders ernst. Hörbar gemeinsamen Sinnes, gehen sie ans Werk, und ihre formale Strenge hindert ­Repin (geb. 1971) keinesfalls daran, seine klangsinnliche Tongebung, nein, nicht eitel auszustellen, sondern auszuspielen. (DG/Universal)
In virtuosem Sinne agiler und elastischer legt Nikolaj Znaider (geb. 1975) seinen Part an. Dabei hat er es nicht ganz leicht, sich gegen die Klangwucht der Wiener Philharmoniker unter Valéry Gergiev durchzusetzen. Die Dezenz des Solisten macht das umso beeindruckender. (RCA/Sony)
Das zweitbeliebteste Violinkonzert der Klassikwelt bleibt freilich jenes von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Leonidas Kavakos hat es mit der Camerata Salzburg eingespielt – und trifft in präziser, wohlausgewogener Interpretation genau dessen Geist ­zwischen Klassik und Romantik. 

Carsten Fastner in FALTER 9/2009 vom 27.02.2009 (S. 25)


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