Al Piacere del Signore

von Le Petit Concert Baroque

Derzeit nicht lieferbar

Label: ORF
Erscheinungsdatum: 14.03.2009

Rezension aus FALTER 12/2009

Im hehren Werkbegriff der Klassik stehen Transkriptionen nicht wirklich hoch im Kurs, gelten eher als notwendiges Übel für Solisten ausgefallener Instrumente denn als eigenständig gültige Werke. Wenn, sagen wir, Beethoven seine "Fünfte" schon für ein ganzes Orchester komponierte, wa­rum sollte man sie dann aufs Streichquartettformat zurechtstutzen?
Früher sah man das lockerer. Bearbeitungen waren gang und gäbe, ja oft die einzige Möglichkeit für die Verbreitung von Musik weit über privilegierte Publikumskreise hinaus. Und nicht wenige Komponisten legten, durchaus mit ökonomischem Kalkül, selbst Hand an ihr Werk, ohne sich dabei künstlerisch zu verleugnen.
Das Duo Le Petit Concert Baroque knüpft an diese Tradition an, wenn es bekannte Arien und Orchesterwerke Georg Friedrich Händels für zwei Cembali bearbeitet. "Al piacere del
Signore G.F. Händel" (ORF) haben die französischen Schwestern Chani und Nadja Lesaulnier Höhepunkte aus "Rinaldo" und "Ariodante", "Wasser"- und "Feuerwerksmusik" in mitunter recht freien Arrangements eingespielt. Wer weiß, ob's dem Alten gefallen hätte; Verständnis für den Wunsch nach Repertoireerweiterung hätte er allemal gehabt.
Einfacher hatten es Yaara Tal und
Andreas Groethuysen mit Transkriptionen des berühmten Streichoktetts, op. 20, und der 1. Sinfonie von Felix
Mendelssohn Bartholdy (Sony). Nicht nur, weil das israelisch-deutsche Klavierduo die Farben der Streicher auf dem Konzertflügel weit besser imitieren kann als auf dem Cembalo; sondern auch, weil hier gleichsam approbierte Fassungen zur Verfügung stehen – aus Mendelssohns Hand.
Der besondere Reiz dieses Albums aber liegt im Detail: In seiner Bearbeitung der 1. Sinfonie verwendete der Komponist als Intermezzo das herrliche, geisterhaft verhuschte Scherzo aus seiner Oktettbearbeitung, allerdings ergänzt um Violine und Cello.
Wie lange sich die Transkriptionspraxis hielt, zeigen Andreas Grau und Götz Schumacher mit "Le Sacre du Printemps" in Igor Strawinskys eigenem Arrangement für vier Hände (Neos). Und sie kombinieren diesen veritablen Knaller klug mit Werken des Strawinsky-Freundes Claude Debussy ("En blanc et noir", "Six épigraphes antiques"). Die waren freilich nie anders als für zwei Pianisten gedacht.

Carsten Fastner in FALTER 12/2009 vom 20.03.2009 (S. 27)


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