Traumpfade

von Mangara

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Label: Defusion
Erscheinungsdatum: 13.02.2009

Rezension aus FALTER 14/2009

Junge Männer in engen schwarzen Lederjacken und T-Shirts, die ein Hohelied auf simpel-ruppige Rockmusik singen: ein jugendkultureller Klassiker, mit dem es in Österreich bisher nie recht klappen wollte. Das stylebewusste Wiener Quartett One Two Three Cheers And A Tiger überrascht jetzt damit, dass auch Ösis nach London oder New York tönen können: Die 14 lässig ­hingeworfe­nen Songs auf "Less Than the Half Price"
(Wohnzimmer/Hoanzl) halten die Balance zwischen Charme und ­­­Arroganz, Druck und Eingängigkeit und sorgen so für gute ­Laune.
Zur Akustikgitarre hat der zwischen Wien und Los Angeles pendelnde Singer/Songwriter Axel Wolph die Gefühle rund um die Geburt seines Sohnes vertont. Ursprünglich nur für den familiären Gebrauch gedacht, ist das charmante Ergebnis unter dem schönen Titel "Poet with a Punk's Heart" (United Indies/Universal) nun auch regulär erschienen, zwei gelungene Coverversionen von Robert Palmer ("Johnny & Mary") und Arcade Fire ("Intervention") inklusive.
Auch "Traumpfade" (Defusion/Hoanzl), das Debüt von Matthias Cermak alias Mangara, hat als Lagerfeuerprojekt begonnen. Der Wiener Liedermacher mit Jazzstudium und Clubpop-Affinität hat seine deutschen Texte letztlich aber ganz anders eingekleidet und Electronica zwischen anspruchsvoll und gefällig mit Saxofongebläse kombiniert. Das Ergebnis ist gewöhnungsbedürftig, in seiner Mischung aus Eleganz und Eigensinnigkeit aber durchaus bemerkenswert.
In Form der schmucken ­Vinyl­single "Terror" (Angelika Köhlermann/­Hoanzl) gibt Maximilian Freudenschuß sein Solodebüt. Wie schon mit seinem leider sanft entschlafenen Duo Skizze mischt der Wiener Pop-Enthusiast deutschsprachige Texte und elektronische Musik zu einer speziellen Form tendenziell euphorischer Nachdenklichkeit.
Ohne Worte kommt "Golden Solitude" (Karaoke Kalk/Hoanzl) von Ritornell aus, der Zusammenarbeit zwischen dem Linzer Elektroniker Richard Eigner und dem Salzburger Jazzpianisten Roman Gerold. Feingliedrig angeordnet, wirken analoge und digitale Sounds hier äußerst stimmungsvoll zusammen; Avantgarde und Pop gehen in 40 kurzweiligen Minuten Hand in Hand.

Gerhard Stöger in FALTER 14/2009 vom 03.04.2009 (S. 25)


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