How We Lost Our Way

von Rewolfinger

Derzeit nicht lieferbar

Label: Konkord/Hoanzl
Erscheinungsdatum: 24.04.2009

Rezension aus FALTER 17/2009

Martin Philadelphy hatte mal wieder eine Idee. Der rastlose Tiroler Gitarrist zog sich auf einen Bauernhof zurück, um mit Philipp Moosbrugger (Kontrabass) und Stephan Sperlich (Synthesizer, Elektronik) über Improvisationen zu Songs zu finden; den Ausgangspunkt bildeten rhythmisierte Geräuschsamples, die an eine gelassene Landpartie der Einstürzenden Neubauten denken lassen.
"Ultra Natural" (Delphy Entertainment), das unter dem sinnigen Bandnamen Elektro Farmer veröffentlichte Ergebnis, beeindruckt durch meist instrumentale Annäherungen an den Blues, die weniger erdig als vielmehr an der Avantgarde geschult tönen, zwischendurch auch Platz für Ambientausflüge und Balladen lassen und bisweilen an Tom Waits in seinen räudigen, freien Momenten erinnern.
Einer anderen Form amerikanischer Volksmusik hat sich die Wiener Band Rewolfinger verschrieben. "Trash Country" lautet die selbstgewählte Genreschublade, und tatsächlich fantasiert sich das Septett in eine Hölle aus Schuld und Sühne, Verlockung und Verderben, die rein gar nichts mit dem Oberflächenglanz dessen gemein hat, was gemeinhin unter "Country" läuft.
Das auch in einer aufwendigen Vinylversion erhältliche neue Album "How We Lost Our Way" (Konkord) lässt das bemerkenswerte Debüt von vor zwei Jahren als reine Lockerungsübung erscheinen: In gespielter Authentizität spürt man völlig unironisch, gleichzeitig aber auch angenehm unverkrampft dem existenziellen Outlaw-Elend nach, wobei die innerhalb der "Americana"-Grenzen höchst wandlungsfähige Band dem normierten Schönklang des kommerziellen Countrysounds beherzt mit dem Arsch ins Gesicht fährt.
Ungleich gepflegter klingt "Hiding Place" (Pumpkin), das Solodebüt von Norb Payr, den man in der Wiener Musikszene durch die Retrokapellen The Jaybirds und The Subcandies kennt. Fein arrangierten Singer/Songwriterpop schmeckt er mit Folk- und Count­ryelementen ab; die Leidenschaft für Popgiganten der 60er (Beatles, Kinks) ist kaum zu überhören. Eine schöne Platte, die trotz frühlingshafter Grundstimmung doch eher vorsichtig nachdenklich denn allzu euphorisch daherkommt.

Gerhard Stöger in FALTER 17/2009 vom 24.04.2009 (S. 27)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Ultra Natural (Elektro Farmer)
Hiding Place (Norb Payr)

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