Der Leviathan

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Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 24.03.2009

Rezension aus FALTER 21/2009

Die 1940 posthum erschienene, zurecht berühmte Erzählung entführt den Hörer mittels der einschmeichelnden Stimme Senta Bergers in eine ferne, versunkene Welt, das galizische Städtchen Progrody, und dort mitten ins Herz des unglücklich verheirateten jüdischen Händlers Nissen Piczenik. In diesem schlummert, fern von den Ufern des Meeres, eine verhängnisvolle Sehnsucht nach den tiefen Wassern, von denen ihm seine über alles geliebten Korallen erzählen, die er den Bauern der Gegend verkauft, um den bösen Blick abzuwenden. Es sind für ihn lebende Wesen, die unter der Obhut des mythischen Fisches Leviathan auf dem Grunde des Ozeans wachsen – und die er klammheimlich sogar im Dunkel der Sümpfe vermutet, die sein Heimatstädtchen um­geben. Die Schilderung dieser abgrundtiefen Liebe, die den liebenswert-traurigen Protagonisten irgendwann zum Hafen nach Odessa und kurze Zeit später ins Verderben führt, gehört zum Poetischsten, was in deutscher Sprache geschrieben wurde.
Wenn Nissen Piczenik am Schluss, auf dem Weg in die Neue Welt, auf den Grund des weiten Ozeans sinkt, um eins zu werden mit den Objekten seiner Begierde, möchte man von neuem hören, wie es sich zutrug in Progrody, in der Mitte des Alten Kontinents, im Herzen des Korallenhändlers Nissen Piczenik, möchte von neuem eintauchen in diese Parabel über die Sehnsucht, das Verlangen und die Vergeblichkeit. 

Kirstin Breitenfellner in FALTER 21/2009 vom 22.05.2009 (S. 21)


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