Infinite Light

von Lightning Dust

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Label: Jagjaguwar/Trost
Erscheinungsdatum: 07.08.2009

Rezension aus FALTER 36/2009

Ob Woodstock gerade ein Jubiläum feiert oder Bob Dylan wieder mal für Schlagzeilen sorgt, weil er nachts durch fremde Vorgärten stromert und von einer Polizeistreife einkassiert wird: Folkrock hat immer Saison. Mit den Alben von Fleet Foxes oder Blitzen Trapper sind im letzten Jahr große Würfe junger Bands erschienen, die die Tradition weiterpflegen, ohne in Hippieposen zu erstarren. Und schon wieder gibt es Nachschub.
Das kanadische Frau-Mann-Duo Lightning Dust, bestehend aus Amber Webber und Josh Wells, musiziert normalerweise im größeren Verbund Black Mountain. Ihr Nebenprojekt steht den Werken des Kollektivs um nichts nach, wie "Infinite Light" (Jagjaguwar/Trost) demonstriert. Mit einem geborgten Steinway, ein bisschen Elektronik, Geige und Schlagzeug spartanisch instrumentiert, erweisen sich die zehn Songs nichtsdestotrotz als atmosphärisch dichte Studien zum amerikanischen Leben. Ruhige Töne, die ganz schön laut sind.
Noch besser ist "Hospice" (Frenchkiss/Import), das Debüt des New Yorker Kunstfolktrios The Antlers. Schon der schwer elegische "Prologue" lässt erahnen, dass hier tiefempfundene Trauer den Ton angibt. Die tragische Storyline der Platte handelt von einem Mann, dessen Frau unheilbar an Krebs erkrankt ist und der sie bis zum Tod begleitet. Die Kopfstimme von Sänger Peter Silberman erinnert ein wenig an Anthony, die Emotionalität an Soap&Skin und die zwischen sehr leise und sehr laut wechselnden Arrangements sind großes Kino.
Zwei Miniempfehlungen noch: Klassischere Folkrockklänge finden sich auf "The Ruminant Band" (Sub Pop/Trost) der ebenso verlässlichen wie unspektakulären Fruit Bats aus ­Seattle. Sänger Eric D. Johnson verdient sein Geld als Tourmusiker für erfolgreichere Kollegen wie The Shins und darf dafür mit seiner eigenen Band zeitlose, eskapistische Musik zwischen Westcoastsound und Countryrock zelebrieren, Kniefälle vor Fleetwood Mac inklusive. Und auch die Isländer Múm, einst ein Elektronikact, pflegen auf "Sing Along to Songs You Don't Know" (Morr/Hoanzl) ihre Liebe zu diversen Folkspielarten. Dabei gehen sie inzwischen weniger experimentell als verspielt ans Werk. Nett, aber nur selten zwingend.

Sebastian Fasthuber in FALTER 36/2009 vom 04.09.2009 (S. 18)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

The Ruminant Band (Fruit Bats)
Hospice (The Antlers)
Sing Along To Songs You Don't Know (Mum)

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