Zahlen, bitte!
Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten

von Florian Klenk, Konrad Pesendorfer

€ 24,90
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Auszeichnungen: Eines der schönsten Bücher Österreich 2018.
(Jurybegründung: ... Der Spaß an der Gestaltung bleibt beim Genießen dieses Werkes nicht unbemerkt. »Zahlen bitte!« macht alles richtig, amtlich, mit Stempelmarke.)
EAN: 9783854396178
Verlag: Falter Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Umfang: 120 Seiten
Erscheinungsdatum: 02.07.2018

Wie viele Schulkinder hat Österreich und wie viele von ihnen machen Matura? Wie gesund oder krank sind wir? Wohin verreisen wir am liebsten? Wie viele Zwetschkenbäume hat das Land? Und wird das wirklich gezählt? Alle Antworten auf diese Fragen und welche Auswirkungen diese Fakten auf unser Leben haben, sind in diesem Buch kompakt dargestellt.

Konrad Pesendorfer von Statistik Austria und Florian Klenk vom FALTER versachlichen Themen die uns bewegen, die wir aber in ihrer quantitativen Bedeutung in unserer Gesellschaft nicht immer abzuschätzen vermögen und legen somit objektive Information vor.
In einer Welt, die von überlautstarken Meinungsäußerungen geprägt ist und in der das reißerischste Posting oder der verwegenste Tweet die Gemüter politisch sensibler Menschen in atemberaubender Geschwindigkeit in Aufregung versetzen kann, erlangen nüchtern vorgetragene Fakten und äquidistante Verweise darauf, wie sich bestimmte Phänomene in der Realität quantitativ darstellen, wieder an Attraktivität.

Wir verzichten bei diesem Buch im Sinne der Umwelt auf die Verpackung mit Plastikfolie. 



Rezension aus FALTER 28/2019

Wie gut ist die Kinderbetreuung im Sommer?

Konrad Pesendorfer, Chef der Statistik Austria, analysiert auf dieser Seite jede Woche Daten, die Politiker kennen sollten, bevor sie Entscheidungen treffen

Die Sommerferien haben begonnen. Die Kinder freuen sich, aber für viele berufstätige Eltern stellt sich die Frage der Kinderbetreuung auch schon im vorschulischen Alter.
Wie viele Kindergärten schließen eigentlich im Sommer?

Wir haben in Österreich knapp 4600 Kindergärten und etwa 2200 Kinderkrippen. In den Sommerferien schließen zwei Drittel der Kinderkrippen und 70 Prozent der Kindergärten – zumindest für ein paar Tage – ihre Tore. Allerdings gibt es hier sowohl, was den Anteil der geschlossenen Kinderbetreuungseinrichtungen, als auch, was die Anzahl der Schließtage betrifft, sehr große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Wo sind die meisten Kindergärten im Sommer geschlossen?

Im Burgenland, in Vorarlberg, Salzburg, Kärnten und Tirol sind 90 Prozent oder mehr Kindergärten im Sommer – zumindest einige Tage lang – geschlossen. In Wien sind es zwei von drei Kindergärten. Bei den Kinderkrippen sind die Schließungsquoten – außer im Burgenland – etwas niedriger.

Und wie viele Tage sind die Kinderbetreuungseinrichtungen dann während der Sommerferien geschlossen?

Österreichweit sind Kindergärten während der Sommerferien im Durchschnitt 13 Tage und Kinderkrippen acht Tage geschlossen. Die Bundeshauptstadt Wien sticht hier allerdings deutlich heraus – dort gibt es durchschnittlich nur zwei Schließtage, sowohl bei den Kindergärten als auch bei den Kinderkrippen.

Wo bleiben die Kindergärten am längsten zu?

In Tirol, Salzburg, im Burgenland und in Vorarlberg haben wir durchschnittlich 20 oder mehr Schließtage während der Sommerferien, bei den Kinderkrippen sind es etwas weniger.

Und wie viele Schließtage gibt es übers gesamte Jahr gerechnet?

Österreichweit sind es bei den Kindergärten durchschnittlich 27, bei den Kinderkrippen 16 Schließtage. Auch hier sticht Wien mit insgesamt nur fünf Schließtagen deutlich heraus.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hängt aber auch von den Öffnungszeiten der Kindergärten außerhalb der Ferienzeiten ab. Wie sieht es hier aus?

Österreichweit sperren etwa 21 Prozent der Kindergärten vor 14 Uhr zu, und einer von drei Kindergärten sperrt um 17 Uhr oder später. In Wien sperren 93 Prozent der Kindergärten um 17 Uhr oder später zu, während mehr als die Hälfte aller Kindergärten in Vorarlberg und Tirol bereits nach 15 Uhr und in der Steiermark und in Oberösterreich nach 15.30 Uhr geschlossen sind.

Kann sich das mit einer ganztägigen Berufstätigkeit ausgehen?

Eine Vollzeitberufstätigkeit ist bei frühen Schließzeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen nur möglich, wenn man zusätzlich privat oder über die Familie Kinderbetreuung organisiert. Wir sehen allerdings, dass drei von vier Frauen mit Kindern unter 15 Jahren Teilzeit arbeiten. Mit zunehmender Kinderanzahl sinkt auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Wenn drei oder mehr Kinder im Haus sind, arbeitet überhaupt nur noch weniger als die Hälfte dieser Frauen – und wenn, dann zu 80 Prozent in Teilzeit.

„Zahlen, bitte!“ ist eine Serie des Falter. Die Kolumnen erscheinen auch als Buch im Falter Verlag.

Konrad Pesendorfer in FALTER 28/2019 vom 12.07.2019 (S. 19)



Rezension aus FALTER 6/2019

„Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen, und geht die Lohnschere tatsächlich auseinander?“

Mit Einkommensunterschieden wird oft Politik gemacht. Wer verdient was, und wie hat sich das geändert? Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer hat die Zahlen.

Falter: Herr Pesendorfer, Österreich gilt als eines der reichsten Länder in der EU. Und dennoch haben viele Österreicher das Gefühl, dass sie nicht genug verdienen. Wie hoch ist das Durchschnittseinkommen in unserem Land?

Konrad Pesendorfer: Wenn wir nur unselbstständig Erwerbstätige betrachten, die das ganze Jahr Vollzeit beschäftigt sind, dann beträgt das mittlere Bruttoeinkommen von Männern und Frauen rund 41.500 Euro im Jahr. Die mittlere Bruttopension liegt bei etwas über 20.500 Euro im Jahr.

Gibt es hier große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen?

Pesendorfer: Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Arbeiter verdienen mit 33.000 Euro brutto im Jahr am wenigsten, Angestellte verdienen knapp 49.000 und Beamte knapp 59.000 Euro brutto im Jahr.

Warum verdienen Beamte so viel mehr?

Pesendorfer: Beamte sind eine relativ kleine Gruppe und machen vier Prozent der gesamten unselbstständig Erwerbstätigen aus. Sie haben einen höheren Akademikeranteil und Altersdurchschnitt als Angestellte – beides hat eine Auswirkung aufs Einkommensniveau. Betrachtet man nur vollzeitbeschäftigte Männer, die das ganze Jahr arbeiten, so sind die mittleren Einkommen von Angestellten ab dem 30. Lebensjahr in allen Altersstufen höher als jene von Beamten.

Sie sprechen immer von Personen, die das ganze Jahr Vollzeit arbeiten. Ist das die Mehrheit in Österreich?

Pesendorfer: Nein, das sind nur 48 Prozent der unselbstständig Beschäftigten, bei Männern allerdings 61 Prozent. Der Anteil der Frauen, die das ganze Jahr Vollzeit arbeiten, liegt bei nur 35 Prozent. Wenn wir uns alle unselbstständig Beschäftigten ansehen, dann sinkt vor allem wegen der Teilzeit, aber auch wegen Erwerbsunterbrechungen das mittlere Bruttojahreseinkommen auf 27.500 Euro – und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen werden deutlich größer.

Wie groß ist der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen?

Pesendorfer: Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen haben ein mittleres Bruttojahreseinkommen von knapp 37.000 Euro, also 84 Prozent jenes der Männer. Betrachtet man alle erwerbstätigen Frauen inklusive Teilzeit und Saisonarbeit, so sinkt das mittlere Bruttojahreseinkommen auf 21.200 Euro, was 63 Prozent der vergleichbaren Männereinkommen entspricht.

Stimmt es, dass die Lohnschere auseinandergeht?

Pesendorfer: Wenn man alle Erwerbstätigen betrachtet, dann haben die mittleren Nettojahreseinkommen seit 1998 inflationsbereinigt stagniert, das unterste Einkommenszehntel hat um 28 Prozent eingebüßt und das oberste um vier Prozent zugelegt. Vor allem schlecht verdienende Männer haben heute nur noch 53 Prozent des Nettoeinkommens von 1998. Grund dafür sind vor allem Strukturveränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

Was bedeutet das?

Pesendorfer: Anstieg der Teilzeit und unregelmäßigere Erwerbsverläufe. Sieht man sich nämlich nur jene unselbstständig Erwerbstätigen an, die in den letzten fünf Jahren durchgehend beschäftigt waren, so gab es inflationsbereinigte Einkommenszuwächse sowohl bei den unteren als auch bei den oberen Einkommen. Allerdings betrachten wir da nur noch 43 Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen.

„Zahlen!“ ist eine Serie des Falter.
Jede Woche beantwortet der Chef der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, Fragen zu seinen neuesten Daten, die Politiker kennen sollten, ehe sie Entscheidungen treffen

Pesendorfer Konrad in FALTER 6/2019 vom 08.02.2019 (S. 19)



Rezension aus FALTER 26/2018

„Was bedeutet eigentlich der EU-Ratsvorsitz für österreichische Statistiker?“

In der Europäischen Union sind 24 Amtssprachen in Verwendung. Aber auch in der Welt der Zahlen kann es zu Verständigungsschwierigkeiten kommen. Deswegen müssen sich auch Europas Statistiker auf gemeinsame Standards und Fragestellungen verständigen. Demnächst unter der Regie Österreichs.

Falter: Herr Pesendorfer, ab 1. Juli dieses Jahres übernimmt Österreich für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz. Was bedeutet das für den Bereich der Statistik?
Konrad Pesendorfer: Mehr als 90 Prozent aller Statistiken, die wir bei Statistik Aus­tria produzieren, werden erstellt, weil das bestimmte Datenanforderungen von der Europäischen Union an die Republik Österreich verlangen. Da gibt es genaue Vorgaben, die auch in einzelnen EU-Verordnungen festgehalten sind, welche Daten zu welchen Themen, Definitionen und Zeitpunkten zu Eurostat nach Luxemburg geliefert werden müssen.

Wie entstehen solche EU-Statistikverordnungen?
Pesendorfer: Zu Beginn macht Eurostat, das als Teil der Europäischen Kommission ja ein Initiativrecht hat, einen Vorschlag, Statistiken zu einem bestimmten Thema zu erstellen, für das es auf europäischer Ebene einen Informationsbedarf gibt. Dann folgen Diskussionen dazu in einzelnen Expertengruppen des Europäischen Statistischen Systems (AESS), die durch einen Beschluss der Generaldirektoren aller EU-Statistik­institutionen im Ausschuss für das Europäische Statistische System abgeschlossen werden. Danach müssen die EU-Verordnungsentwürfe vom Rat und vom Europäischen Parlament beschlossen werden, um Gültigkeit zu erlangen.

Und hier kommt der österreichische EU-Ratsvorsitz ins Spiel?
Pesendorfer: Genau. Es gibt eine eigene Ratsarbeitsgruppe Statistik, in der sich die Mitgliedsstaaten auf die Details der Statistik einigen müssen – und dort darf ich für die Republik Österreich in den kommenden sechs Monaten den Vorsitz führen und Kompromisse erarbeiten, die von einer Mehrheit der Mitgliedsstaaten mitgetragen werden. Danach muss der EU-Ratsvorsitz den Kompromiss mit dem Europäischen Parlament verhandeln, und wenn sich alle einig sind, kann die neue EU-Verordnung verabschiedet werden.

Was ist das Ziel dieses aufwendigen Prozedere?
Pesendorfer: Ziel ist es, europäische Statistiken zu erarbeiten, die auf EU-Ebene vergleichbar sind. Außerdem müssen die Statistiken die hohen Qualitätsstandards einhalten, die die auf EU-Ebene verbindlich festgeschriebenen europäischen statistischen Grundsätze verlangen.

Welche Grundsätze sind das?
Pesendorfer: Das sind in erster Linie die Grundsätze der fachlichen Unabhängigkeit, der Unparteilichkeit und der Objektivität von Statistiken. Aber natürlich müssen Statistiken auch zuverlässig sein, die statistische Geheimhaltung muss beachtet werden, und dann muss auch ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Erstellung von Statistiken beachtet werden.

Welche Verordnungen werden in den kommenden sechs Monaten im Statistikbereich verhandelt?
Pesendorfer: Da ist einerseits eine Rahmenverordnung zu Unternehmensstatistiken, bei der es um die Erfassung von Wirtschaftsstruktur und Konjunkturentwicklung geht, aber auch um Fragen der Globalisierung. Andererseits soll es Verbesserungen bei Migrationsstatistiken geben. Außerdem werden eine Verordnung zum Bruttonationaleinkommen, das ja die Grundlage für die Budgetbeiträge zur EU bildet, sowie das künftige Statistikprogramm für die Jahre 2021 bis 2027 behandelt.


„Zahlen!“ ist eine Serie des Falter. Jede Woche beantwortet der Chef der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, Fragen zu seinen neuesten Daten, die Politiker kennen sollten, ehe sie Entscheidungen treffen

Pesendorfer Konrad in FALTER 26/2018 vom 29.06.2018 (S. 19)

Leserstimmen

Sehr freut mich, dass mein 16jähriger Sohn das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, weil so interessant. Neben dem Inhalt ist auch das Layout sehr ansprechend (Bettina R., Wien)

Informativ, sehr leicht verständlich. Weiter so bitte (Sabine K., Wien)

Super spannend weiter so! (Moritz L., Wien)

Super Diskussionsgrundlage. Großartig! (Rene W., Wien)

... durch die Themenauswahl spannender Einblick in die sonst eher trockenen anmutende österreichische Statistik. (Simone S., Wien)

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