50 Wiener Insekten

Ein Querschnitt durch die Insektenvielfalt der Stadt, illustriert von Silvia Ungersböck
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Reihe Kultur für Genießer
Erscheinungsdatum 12.02.2026
Umfang 192 Seiten
Genre Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft
Format Gebundene Ausgabe
Verlag Falter Verlag
EAN 9783991660354
Illustrator(en) Silvia Ungersböck
Lieferzeit
HerstellerangabenAnzeigen
Falter Verlagsges.m.b.H
Marc-Aurel-Straße 9 | AT-1011 Wien
produktsicherheit@falter.at
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Wien summt, fliegt, krabbelt und flattert! Zwischen Parks, Innenhöfen, Gärten und Straßen lebt eine erstaunlich vielfältige Insektenwelt. „50 Wiener Insekten“ lädt naturinteressierte Leser:innen dazu ein, die kleinen, oft übersehenen Mitbewohner:innen der Stadt in fünfzig liebevoll gestalteten Porträts neu kennenzulernen.


Ob Holzbiene, Feldgrille oder das Große Wiener Nachtpfauenauge: jede Art erzählt eine eigene Geschichte über das Leben in der Großstadt. Mit interessanten Fakten, aktuellen Bezügen und überraschenden Einblicken zeigt Autorin Dominique Zimmermann, wie wichtig diese Tiere für das städtische Ökosystem sind.


Die wunderschönen Illustrationen von Silvia Ungersböck machen die Wiener Insektenwelt lebendig und wecken die Lust, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Ein inspirierendes Buch für alle, die mit offenen Augen durch Wien spazieren – oder die Stadt einmal mit den Augen ihrer kleinsten Bewohner sehen möchten.


Kuratiert von Katharina Kropshofer

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Reihe Kultur für Genießer
Erscheinungsdatum 12.02.2026
Umfang 192 Seiten
Genre Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft
Format Gebundene Ausgabe
Verlag Falter Verlag
EAN 9783991660354
Illustrator(en) Silvia Ungersböck
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FALTER-Rezension

"Ohne Insekten wäre Wien eine tote Stadt"

Katharina Kropshofer in Falter 7/2026 vom 2026-02-11 (S. 43)

Dominique Zimmermann macht kein Geheimnis aus ihrem Beruf: der kleine Libellenohrring, das Tischtuch mit Umrissen verschiedener Fluginsekten, die Wespen-Poster, die ihr Büro zieren. Zimmermann ist Kuratorin für Hymenoptera, also "Hautflügler", am Naturhistorischen Museum Wien. Sie ist somit verantwortlich für Bienen und Wespen -von den vielen österreichischen Vertretern bis hin zu großen, exotischen Brummern, die alle feinst aufgespießt in den Laden des Museums lagern.
Doch ein Arsenal an Vielfalt findet man nicht nur hier am Burgring 7. Die Stadt beheimatet tausende Schmetterlinge, Wanzen, Springschwänze und Libellen. Ein Jahr lang hat Zimmermann in einer Kolumne für den Falter Morgen-Newsletter wöchentlich ein Wiener Insekt porträtiert. Nun ist daraus ein Buch im Falter Verlag entstanden, das am 17. Feber erscheint. Drei Geschichten können Sie hier schon vorab lesen. Sie zeigen: Wir leben in einer Stadt der Insekten!

Falter: Frau Zimmermann, wie vielen Wesen sind Sie heute schon begegnet?

Dominique Zimmermann: Insektentechnisch war es heute - abgesehen von den toten Exemplaren hier im Museum -mager. Nur eine kleine Fliege, ein Muckerl, hab ich herumfliegen sehen. Es ist aber auch nicht verwunderlich. Winter ist eine Zeit, in der nur sehr wenige Arten aktiv sind. Die meisten überwintern im Larvenstadium oder als Puppe, manche warten als ausgewachsenes Insekt in einem Ruhezustand in irgendwelchen Ritzen, bis es wärmer wird.

Wien ist prinzipiell aber kein schlechtes Pflaster für die kleinen Tiere, oder?

Zimmermann: Das stimmt! Im Sommer hat man eine unglaubliche Artenvielfalt in Wien, da begegnet ihnen jede und jeder - und nicht nur Gelsen, Fliegen und Wespen, sondern auch Käfer, Falter, Heuschrecken. Die Frage ist nur, ob man sie bewusst wahrnimmt. Ich denke: Je mehr man sich mit ihnen auseinandersetzt, desto eher sieht man sie auch.

Wieso sollte man sich eigentlich für Insekten interessieren?

Zimmermann: Weil wir auf einem Planeten der Insekten leben! Mehr als die Hälfte aller bekannten Arten auf der Erde sind Insekten. Geschätzt wiegen sie etwa gleich viel wie alle Menschen und ihre Nutztiere zusammen. Das zeigt schon, was für eine wichtige Rolle diese Tiere im Ökosystem spielen.

Zum Beispiel?

Zimmermann: Der Klassiker sind natürlich die Bestäuber. Jeden Apfel, den wir essen, jeden Kaffee, den wir trinken, verdanken wir Insekten - immerhin werden an die 80 Prozent aller Nutzpflanzen vollständig oder teilweise von ihnen bestäubt. Aber es geht weit darüber hinaus: Die Larven des Totengräbers, ein Käfer, der auch im Buch vorkommt, ernähren sich von kleinen Vogeloder Mauskadavern. Sie zersetzen sie und helfen so, der Natur wieder Nährstoffe zuzuführen. Totengräber sind die MA 48 der Natur!

Wäre Wien ohne Insekten eine andere Stadt?

Zimmermann: Wien ist eine sehr grüne Stadt, es gibt viele Pflanzenarten, die insektenbestäubt sind. Es leben auch viele Vögel und Amphibien hier, die Insekten fressen. Die würden alle verhungern. Ohne Insekten wäre Wien nicht nur eine andere, sondern im Endeffekt eine tote Stadt.

Wie viele Insektenarten gibt es eigentlich in Wien?

Zimmermann: Es gibt wissenschaftliche Listen für einige Gruppen, etwa Tagfalter, Heuschrecken und Wildbienen. Aber für die meisten anderen hat man keine genauen Artenzahlen. In Österreich gibt es geschätzt 40.000 Insektenarten, in Wien sind es also auf jeden Fall einige Tausend. Die Stadt ist für viele Insektenarten jedenfalls sehr attraktiv. Einerseits, weil Städte immer Wärmeinseln sind - und viele Insekten sind wärmeliebend. Und in Städten gibt es viele verschiedene "Oberflächen": die Blüten am Balkon, daneben ein Sandhaufen oder eine offene Erdstelle, in der Nähe eine Baumkrone und so weiter. Dieser sogenannte Strukturreichtum ist immer ein guter Indikator für die Vielfalt an Arten, die an einem Ort vorkommen können.

Vor 200 Jahren war Wien noch eine andere Stadt, die Donau floss unreguliert, viele Flächen waren noch grüner. Ist Wien insektenfeindlicher geworden?

Zimmermann: Ich denke schon. Es gibt viel weniger unberührte Natur. Diese Überschwemmungsgebiete der Donau waren für viele Arten sehr attraktiv. Und Insekten mögen Unordnung: kleine Ritzen, keine polierten Oberflächen, Lücken. Auch landwirtschaftliche Flächen waren früher insektenfreundlicher. Gleichzeitig sehe ich aber auch einen Wandel im Bewusstsein der Menschen: Flächen um Baumscheiben, die bepflanzt werden, Urban Gardening, und mehr heimische, insektenfreundliche Pflanzen statt reine Zierpflanzen. Also Thymian, Zwiebel, Salbei oder Natternkopf statt Pelargonien.

Inwiefern können Museen diese Veränderung dokumentieren?

Zimmermann: Die toten Exemplare im Museum sind wie ein Spiegel der Vergangenheit. Ich habe mir für ein Forschungsprojekt angesehen, wie sich die Wildbienenarten-Gemeinschaft in einem Naturschutzgebiet im Marchfeld in den vergangenen 150 Jahren verändert hat. Ich konnte feststellen, dass von den 300 Arten, die auf der Fläche nachgewiesen wurden, mehr als die Hälfte seit den 1960er-Jahren nicht mehr gefunden wurden. Das hat mich überrascht.

Wieso haben Sie für das Cover des Buches eigentlich ein grünes Heupferd ausgewählt?

Zimmermann: Das grüne Heupferd ist eine extrem coole Art: Es ist groß, hat aber gleichzeitig etwas Harmloses. Das Schöne am Schreibprozess war, dass ich selbst einiges gelernt habe. Ich bin ja eigentlich Expertin für Bienen und Wespen. Mir war etwa nicht bewusst, dass Heupferde vorwiegend Fleischfresser sind. Sie fressen andere Insekten und sind auch nachtaktiv. Sie hören die Rufe, die Fledermäuse zur Echolotung ausstoßen. Noch bevor die Fledermäuse die Heupferde, also ihre Beute, überhaupt wahrnehmen. Die Insekten können dann entweder im Gleitflug hinabsinken -oder wenn die Fledermaus zu nahe kommt, klappen sie alle Flügel zusammen und lassen sich im Sturzflug fallen.

Viele Leute haben ja Angst vor Insekten oder ekeln sich vor ihnen. Haben Sie ein Rezept, wie man das überwinden kann?

Zimmermann: Ich kenne das von Spinnen (die übrigens nicht zu den Insekten gehören) und bin auch nach wie vor kein riesiger Fan von ihnen. Aber für mich haben damals Kurse an der Uni einen riesigen Unterschied gemacht. Ich konnte einzelne Spinnenfamilien kennenlernen und weiß nun, woran ich sie erkennen kann, welche Eigenschaften sie haben. Es hilft zu wissen: Kann das Tier mich überhaupt beißen oder ist es giftig? Oder ist es vielleicht sogar nützlich, weil es die Mücken in meinem Schlafzimmer frisst? Kennenlernen ist also ein guter erster Schritt zum friedlichen Zusammenleben.

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