Das Jüdische Echo 2018/19
Israel – Ein junger Staat mit 70. Zwischen Start-up-Modernität und Auslöschungsdrohungen. Das Auf und Ab der österreichisch-israelischen Beziehungen

€ 19,90
Lieferung in 1-3 Werktagen

EAN: 9783854396185
Verlag: Falter Verlag
Umfang: 152 Seiten
Erscheinungsdatum: 12.09.2018

Als „Heiliges Land“ gleich mehrerer Religionen verehrt, der „Judenstaat“, als Zufluchtsort geschätzt, von Antisemiten gehasst und von Feinden gefürchtet, durch lässige Modernität bei seinen Einwohnern beliebt: sieben Jahrzehnte nach der Ausrufung der Unabhängigkeit hat sich Israel zu einem gefestigten Staatswesen entwickelt.
Im Jüdischen Echo 2018/19 beschreiben und analysieren kompetente Autorinnen und Autoren den Weg Israels, das seltsame Auf- und Ab der österreichisch-israelischen Beziehungen und die Herausforderungen, denen Israel heute gegenübersteht.
Mit Beiträgen von Igal Avidan, Severin Corti, Georg M. Hafner und Esther Schapira, Peter Jankowitsch, Talya Lador-Fresher, Anton Pelinka, Karl Pfeifer, Oliver Rathkolb, Ben und Daniela Segenreich, Rolf Steininger, Tessa Szyszkowitz, Franz Vranitzky u.v.m.

Das Jüdische Echo wurde 1951 als „Mitteilungsblatt der Jüdischen Hochschüler“ von Dr. Leon Zelman, dem langjährigen Leiter des Jewish Welcome Service, gegründet. Zelman, der bis zu seinem Tod 2007 auch Chefredakteur war, ist es gelungen, aus einem kleinen Mitteilungsblatt eine renommierte Zeitschrift für Kultur und Politik zu machen. Seit 2014 ist Erhard Stackl Chefredakteur.


Rezension aus FALTER 39/2018

Ein umfassender Blick nach Israel zum 70. Geburtstag

Das Jüdische Echo widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Auf und Ab der österreichisch-israelischen Beziehungen

Das Jüdische Echo ist – neben anderen etablierten Medien, die sich vor allem jüdischen Themen widmen, wie dem von der Kultusgemeinde herausgegebenen Magazin Wina oder der Vierteljahreszeitschrift NU – ohne Zweifel das verlässlichste und am sorgfältigsten edierte Kaleidoskop österreichischer jüdischer Lebens- und Geisteswelt. Die aktuelle Ausgabe zeigt das einmal mehr: Sie nähert sich dem Thema 70 Jahre Israel auf vielfältige Weise. Zeitgeschichtlich, autobiografisch, medienkritisch, soziologisch, kulturell – und auch kulinarisch. Manche Beiträge sind überarbeitete Versionen bereits erschienener Texte oder gehaltener Vorträge, andere, wie die äußerst lesenswerten Gespräche mit Israels Botschafterin in Österreich, Thalia Lador-Fresher, Österreichs Botschafter in Tel Aviv, Martin Weiss, oder Altbundeskanzler Franz Vranitzky, wurden für diese Ausgabe vom Jüdisches Echo-Chefredakteur Erhard Stackl mit Tiefgang und Exzellenz geführt.

Nicht nur Stackl, langjähriger außenpolitischer Redakteur und Chef vom Dienst des Standard, garantiert das hohe Niveau, Autorinnen wie Alexandra Föderl-Schmid, derzeit für die Süddeutsche Zeitung als Korrespondentin in Tel Aviv, Journalist Ben Segenreich, Historiker Oliver Rathkolb, Politologe Anton Pelinka, Publizisten Susanne Scholl, Vladimir Vertlib, Gourmetkritiker Severin Corti und viele andere mehr haben wertvolle Einblicke und Gedanken beigetragen. Botschafterin Lador-Fresher spricht mit für eine Diplomatin ungewöhnlicher Offenheit über den Stand der österreichisch-israelischen Beziehungen und das „Paradoxon“, das sie prägt. Zum einen betont die türkis-blaue Regierung ihr Verständnis für Israels Sicherheitsbedürfnis stärker als jede Vorgängerregierung. Lador-Fresher erwartete sich daher, dass sich Österreich, wenn es ab Jänner 2019 wahrscheinlich im UN-Menschenrechtsrat sitzt, entsprechend engagiert. Israel wurde 2006 in 62 Resolutionen wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt, mehr als alle anderen Staaten der Welt, die zusammen auf 55 Verurteilungen kommen. Zum anderen gestattet Israel weiterhin keine Kontakte mit der FPÖ, was auch Außenministerin Karin Kneissl betrifft. Diplomatische Kontakte gibt es nur auf Beamtenebene.

Lesenswert ist auch das Gespräch mit Franz Vranitzky. Darin erzählt der Altbundeskanzler, wie schwierig es für ihn war, diplomatische Beziehungen nicht nur zu Israel während der Waldheim-Zeit aufrechtzuerhalten. Bundespräsident Kurt Waldheim war ab 1986 im Amt und wegen seiner NS-Vergangenheit isoliert und hielt vielleicht auch gerade deswegen sehr engen Kontakt zu Vranitzky. Immer wieder bat er ihn zu sich für Gespräche in die Präsidentschaftskanzlei. „Das war wirklich ein sehr unüblicher Zeitaufwand“, sagt Vranitzky. Oft beklagte sich Waldheim bei ihm über das, was in der Presse über ihn geschrieben wurde. Auch die Ergebnisse der Historikerkommission, die damals eingesetzt wurde, um seine NS-Vergangenheit aufzuklären, gefielen ihm nicht. Er bat Vranitzky sogar, den Bericht zurückzuziehen.

Föderl-Schmid beschreibt den ambivalenten Umgang Israels mit Flüchtlingen aus dem afrikanischen und arabischen Raum, die „Eindringlinge“ oder „Infiltranten“ genannt werden, weil der Begriff Flüchtling mit der palästinensischen Flüchtlingsproblematik assoziiert wird. Esther Schapira und Georg M. Hafner nehmen die österreichische Medienberichterstattung über Israel ins Visier. Ihr Beitrag „Das Kreuz mit der Israelkritik“ beschreibt anhand der Inszenierung des rätselhaften Sterbens des palästinensischen Babys Leila Ghandour, wie einfach die Öffentlichkeit palästinensische Propaganda übernimmt.

Barbaba Tóth in FALTER 39/2018 vom 28.09.2018 (S. 21)



Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein:

Das Jüdische Echo 2017/18

Das Jüdische Echo 2017/18

Das Jüdische Echo 2016/17

Das Jüdische Echo 2016/17

Das Jüdische Echo 2015/16

Das Jüdische Echo 2015/16

Das Jüdische Echo 2014/15

Das Jüdische Echo 2014/15

Das Jüdische Echo 2013/14

Das Jüdische Echo 2013/14

Das Jüdische Echo 2012/13

Das Jüdische Echo 2012/13

Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{if product.parent_product}}{{var product.parent_product.name}}{{else}}{{var product.name}}{{/if}}

€ 0,00

weiter einkaufen
zum Warenkorb