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| Themen | Wirtschaftswissenschaft, Finanzen, Betriebswirtschaft und Management Wirtschaftswissenschaft Internationale Wirtschaft |
|---|---|
| ISBN | 9780199855650 |
| Sprache | Englisch |
| Erscheinungsdatum | 30.03.2012 |
| Größe | 240 x 161 mm |
| Verlag | OXFORD UNIV PR |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Libri GmbH Europaallee 1 | D-36244 Bad Hersfeld gpsr@libri.de |
As Wall Street rose to dominate the U.S. economy, income and pay inequalities in America came to dance to the tune of the credit cycle. As the reach of financial markets extended across the globe, interest rates, debt, and debt crises became the dominant forces driving the rise of economic inequality almost everywhere. Thus the "super-bubble" that investor George Soros identified in rich countries for the two decades after 1980 was a super-crisis for the 99 percent-not just in the U.S. but the entire world. Inequality and Instability demonstrates that finance is the driveshaft that links inequality to economic instability. The book challenges those, mainly on the right, who see mysterious forces of technology behind rising inequality. And it also challenges those, mainly on the left, who have placed the blame narrowly on trade and outsourcing. Inequality and Instability presents straightforward evidence that the rise of inequality mirrors the stock market in the U.S. and the rise of finance and of free-market policies elsewhere. Starting from the premise that fresh argument requires fresh evidence, James K. Galbraith brings new data to bear as never before, presenting information built up over fifteen years in easily understood charts and tables. By measuring inequality at the right geographic scale, Galbraith shows that more equal societies systematically enjoy lower unemployment. He shows how this plays out inside Europe, between Europe and the United States, and in modern China. He explains that the dramatic rise of inequality in the U.S. in the 1990s reflected a finance-driven technology boom that concentrated incomes in just five counties, very remote from the experience of most Americans-which helps explain why the political reaction was so slow to come. That the reaction is occurring now, however, is beyond doubt. In the aftermath of the Great Financial Crisis, inequality has become, in America and the world over, the central issue. A landmark work of research and original insight, Inequality and Instability will change forever the way we understand this pivotal topic.
| Themen | Wirtschaftswissenschaft, Finanzen, Betriebswirtschaft und Management Wirtschaftswissenschaft Internationale Wirtschaft |
|---|---|
| ISBN | 9780199855650 |
| Sprache | Englisch |
| Erscheinungsdatum | 30.03.2012 |
| Größe | 240 x 161 mm |
| Verlag | OXFORD UNIV PR |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Libri GmbH Europaallee 1 | D-36244 Bad Hersfeld gpsr@libri.de |

Robert Misik in FALTER 31/2012 vom 01.08.2012 (S. 14)
Der Ökonom James K. Galbraith forscht seit 15 Jahren über die Folgen von Ungleichheit. Nun liegt ein fulminantes Ergebnis vor.
Vor zehn Jahren galt, wer sich für mehr Gleichheit einsetzte (oder umgekehrt die wachsende Ungleichheit beklagte), noch als hoffnungslos unmodern. Selbst die Sozialdemokraten der Blair- und Schröder-Jahre waren bereit, die angebliche soziale Funktionalität von Ungleichheit anzuerkennen.
Heute ist das Pendel zurückgeschwungen. Nicht nur keynesianische Ökonomen wie Joseph Stiglitz, Paul Krugman, Nouriel Roubini und andere identifizieren die Ungleichheit als entscheidende Quellen unserer ökonomischen Misere, sondern auch die Reports des Währungsfonds und der OECD blasen regelmäßig in dieses Horn und fragen: Was die Politik gegen wachsende Einkommensungleichheiten machen könnte?
Dass Ungleichheit nicht der Preis für Prosperität ist, sondern uns im Gegenteil sehr viele Probleme einbrockt, das wird langsam der neue Common Sense. Gut so!
Aber wie genau hängt wachsende Ungleichheit mit geringerem Wirtschaftswachstum zusammen? Und wie mit finanzieller Instabilität? Das "Inequality Project" der Universität Texas unter dem Wirtschaftsprofessor James K. Galbraith studiert seit mittlerweile gut 15 Jahren die Dynamik und die Ursachen von Ungleichheit – und ihre ökonomischen Folgen. Jetzt hat Galbraith ein ökonomisches Fachbuch herausgebracht, das wichtige Erkenntnisse zusammenfasst.
Gleichheit schafft Produktivität
Zunächst erinnert Galbraith daran, dass "Ungleichheit" ein unpräziser Begriff ist. Er subsumiert drei unterschiedliche Dimensionen von Ungleichheit: Lohnungleichheit – also die Ungleichheit zwischen verschiedenen Gehaltsgruppen unselbstständig Beschäftigter.
Die Einkommensungleichheit – also die Ungleichheit an Einkommen, wenn man alle Einkommensarten, nicht nur die Lohn- und Gehaltseinkommen betrachtet (Kapitaleinkommen, Mieteinkommen etc).
Und schließlich die Vermögensungleichheit – die Ungleichheit von Vermögen.
Nicht alle drei Ungleichheitsarten sind in den vergangenen Jahrzehnten gleich schnell gestiegen. Lohnungleichheit wuchs deutlich langsamer als die Einkommens- und Vermögensungleichheit.
Dies ist schon einmal ein deutlicher Einspruch gegen alle, die meinen, die Ungleichheit hätte gesellschaftlich nützliche Wirkung. Denn deren Argument lautet in der Regel so: Die wachsende Ungleichheit hat damit zu tun, dass gute Ausbildung heute deutlich höhere Einkommen einbringe, schlechte Ausbildung deutlich niedrigere. Dass also der technologische Wandel Qualifikation honoriert und es deshalb so hohe Lohnunterschiede gibt. Die Ungleichheiten am Arbeitsmarkt und die Lohndifferenzen, die aus diesen folgen, können aber keineswegs das dramatische Wachstum der Ungleichheiten erklären.
Auch ein anderes, damit verbundenes Argument wird von den Autoren mit viel Empirie und Datenauswertung widerlegt: dass "flexiblere" Arbeitsmärkte – also das Zulassen höherer Lohndifferenzen – aus diesem Grund zu geringerer Arbeitslosigkeit führen würde. Das Gegenteil ist der Fall: "Jene Länder, die geringere Lohnungleichheiten zulassen, haben systematisch eine geringere Arbeitslosenquote, vorausgesetzt, dass alle anderen Umstände gleich sind."
Ein Mythos ist auch, dass Europa geringere Arbeitsmarktflexibilität als die USA hat und es deshalb zu einer höheren Arbeitslosigkeit in den Jahren vor der Finanzkrise kam.
Das Gegenteil ist der Fall: Europa hat – betrachtet man den Kontinent als Wirtschaftsraum – mehr Arbeitsmarktflexibilität und höhere Lohnungleichheiten als die USA (die Lohndifferenz zwischen gutverdienenden Deutschen und schlecht verdienenden Griechen ist höher als die zwischen ihren jeweiligen "Kollegen" in Massachusetts und Alabama), und hat gerade deshalb eine höhere Arbeitslosigkeit.
"Die Reduktion der Lohnungleichheit in Europa (
) würde die chronische Arbeitslosigkeit reduzieren. Es ist also das Gegenteil des vielfach verbreiteten Klischees wahr, dass Europa mehr Flexibilität' brauche – es braucht weniger." Je geringer die Ungleichheit, desto mehr technologischer Fortschritt und desto höher auch der Produktivitätszuwachs.
Ungleichheit führt zu Instabilität
Für die wachsenden Ungleichheiten ist aber ohnehin vor allem die "Einkommensungleichheit" (berücksichtigt man alle Einkommensarten) und die "Vermögensungleichheit" verantwortlich – mit einem Wort, das Wachstum der Ungleichheit vollzog sich nicht über die Arbeitsmärkte, sondern über die Finanzmärkte. Und hier vollzieht sich auch die Verbindung von Ungleichheit und Instabilität.
Die Verbindung von beiden sind Schulden. Steigt die Ungleichheit, steigen auch die Schulden – denn die einen haben weniger Geld, als sie brauchen, und die anderen haben viel mehr Geld, als sie ausgeben.
Die einen leihen es den anderen (oder den Staaten, die damit soziale Dienste aufrecht erhalten, was aber im Endeffekt auf das Gleiche hinausläuft). Und dann wachsen die Vermögen der einen und die Schulden der anderen. Schuldenwachstum ist aber gleichbedeutend mit Wachstum der Instabilität.
Wohlgemerkt: All das sind keine "Meinungen" der Autoren und auch keine logischen Ableitungen auf Basis eines eingebildeten Axioms, sondern Forschungsergebnisse, die sich auf unzählige Datensätze und Fakten stützen.
Wer heute noch behauptet, dass Ungleichheiten funktional sind, die Einführung von Niedriglohnsektoren irgendeine positive Auswirkung oder "rigide" gewerkschaftliche Tarifpolitik negative Folgen hätte, der muss nach dieser Studie sehr fest die Augen schließen.

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