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| Themen | Mathematik und Naturwissenschaften Chemie |
|---|---|
| ISBN | 9780679774006 |
| Sprache | Englisch |
| Erscheinungsdatum | 04.01.2000 |
| Größe | 132 x 198 mm |
| Verlag | Knopf Doubleday Publishing Group |
| Lieferzeit | Lieferung innerhalb von 28 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Libri GmbH Europaallee 1 | D-36244 Bad Hersfeld gpsr@libri.de |
Here is a multidimensional playland of ideas from the world's most eccentric Nobel-Prize winning scientist. Kary Mullis is legendary for his invention of PCR, which redefined the world of DNA, genetics, and forensic science. He is also a surfer, a veteran of Berkeley in the sixties, and perhaps the only Nobel laureate to describe a possible encounter with aliens. A scientist of boundless curiosity, he refuses to accept any proposition based on secondhand or hearsay evidence, and always looks for the "money trail" when scientists make announcements. Mullis writes with passion and humor about a wide range of topics: from global warming to the O. J. Simpson trial, from poisonous spiders to HIV, from scientific method to astrology. Dancing Naked in the Mind Field challenges us to question the authority of scientific dogma even as it reveals the workings of an uncannily original scientific mind.
| Themen | Mathematik und Naturwissenschaften Chemie |
|---|---|
| ISBN | 9780679774006 |
| Sprache | Englisch |
| Erscheinungsdatum | 04.01.2000 |
| Größe | 132 x 198 mm |
| Verlag | Knopf Doubleday Publishing Group |
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Robert Triendl in FALTER 12/1999 vom 24.03.1999 (S. 27)
Ein Sammelband beschäftigt sich mit der Beziehung von großen Geistern und ihren Leibern. Ein zeitgenossischer Wissenschaftler hat dagegen vor allem Profanes im Sinn.
Eine Aufsatzsammlung über Wissenschaftler und ihre Korper! Beinahe fragt man sich, ob es in der Wissenschaftsgeschichte wirklich keine anderen Themen mehr gibt als Newtons Selbstinszenierung oder Darwins ewige Verdauungsprobleme. Die Herausgeber des vorliegenden Bandes, beide international bekannte Wissenschaftshistoriker, sind sich der Tatsache bewußt, daß die Frage nach den Beziehungen zwischen dem Korper und dem Corpus des Wissens heute eher als "schlechter Scherz" gelten.
Dennoch, wie die acht unterschiedlichen und zum Teil hochst unterhaltsamen Beiträge beweisen, macht die Problemstellung sehr wohl Sinn. So zeigt der englische Wissenschaftshistoriker Simon Schaffer in seinem Aufsatz, wie im frühmodernen Europa über die Zusammenhänge zwischen der Authentizität von wissenschaftlichen Experimentalberichten und der Glaubwürdigkeit von Zeugen - und insbesondere: deren physischer Konstitution und sensorischen Fähigkeiten - emsig diskutiert wurde.
Wie Steven Shapin, einer der beiden Herausgeber von "Science Incarnate" ("Leibhaftige Wissenschaft"), in seinem Überblicksaufsatz argumentiert, spielte die Selbststilisierung des wissenden Korpers als entsagenden und weltabgewandten bis ins angehende zwanzigste Jahrhundert eine wichtige Rolle in der offentlichen Präsentation von Wissen. Das war übrigens auch mit ein Grund dafür, daß der Raum für Frauen in der Wissenschaft deutlich eingeschränkt wurde, wie Janet Brown am Beispiel der Mathematikerin Ada Lovelace - einer Tochter Lord Byrons und Inspiratorin des Mathematikers Charles Babbage - aufs neue deutlich macht.
Andere Beiträge behandeln Newtons melancholische Selbstinszenierung oder Darwins gezielte Verwendung seiner dauernden Darmbeschwerden ("25 Jahre lang extrem krampfhafte tägliche & nächtliche Flatulenz", so Darwin im O-Ton) zur Strukturierung seines Arbeitsalltags. Die konzeptuelle Hintergrundfolie für den Sammelband gibt die Zivilisationstheorie des Soziologen Norbert Elias ab, der den Fortgang der europäischen Geschichte seit dem Mittelalter als Entwicklung in Richtung einer zunehmenden Kontrolle und Reglementierung des Korpers interpretiert hat. Und so ist denn auch die Behauptung Steven Shapins zu verstehen, daß der "wissende Korper" als Garant von Wahrheit im modernen Bewußtsein immer stärker durch die korperlose Instanz der "Expertise" ersetzt wurde.
Dem entspricht auch, daß in zeitgenossischen Darstellungen - und vor allem Selbstdarstellungen - von Wissenschaftlern vor allem weltliche Güter wie Geld als Insignien für wissenschaftlichen Erfolg gelten. Und nicht mehr Weltabgeschiedenheit oder korperliche Askese. Ein Sammelband beschäftigt sich mit der Beziehung von großen Geistern und ihren Leibern. Ein zeitgenossischer Wissenschaftler hat dagegen vor allem Profanes im Sinn.
Dem entspricht auch, daß in zeitgenossischen Darstellungen - und vor allem Selbstdarstellungen - von Wissenschaftlern vor allem weltliche Güter wie Geld als Insignien für wissenschaftlichen Erfolg gelten. Und nicht mehr Weltabgeschiedenheit oder korperliche Askese. Das legt zumindest die Autobiografie des US-amerikanischen Biochemikers Kary Mullis nahe, der die Polymerase-Kettenreaktion entwickelte, die es erlaubt, von einem bestimmten Stück der DNA innerhalb kürzester Zeit Millionen von Kopien herzustellen. Für dieses Verfahren, das unter anderem zum Nachweis von Erregern für Krankheiten wie z.B. Aids dient, wurde Mullis 1993 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Seine Autobiografie indes besticht vor allem durch die gehäufte Verwendung von Fäkal- und Kopulationsausdrücken und die unzähligen Frauengeschichten. All das ist überschattet von der Wehmut über das verlorene Geld: Denn von den Millionen, die seine Firma für den Verkauf der PCR-Rechte an Hoffmann-La Roche erhielt, hat der Biochemiker nicht allzuviel gesehen.
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