A Planet to Win

Why We Need a Green New Deal
208 Seiten, Taschenbuch
€ 17,20
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Reihe Jacobin
Themen Geowissenschaften, Geographie, Umwelt, Planung Umwelt Umweltverschmutzung und Gefahren für die Umwelt Klimawandel
ISBN 9781788738316
Sprache Englisch
Erscheinungsdatum 12.11.2019
Größe 199 x 128 mm
Verlag Verso Books
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HerstellerangabenAnzeigen
Libri GmbH
Europaallee 1 | D-36244 Bad Hersfeld
gpsr@libri.de
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Kurzbeschreibung des Verlags

All politics are climate politics in the twenty-first century - and this bold book argues for a Green New Deal that confronts both climate change and inequalityThe age of climate gradualism is over, as unprecedented disasters are exacerbated by inequalities of race and class. We need profound, radical change. A Green New Deal can tackle the climate emergency and rampant inequality at the same time. Cutting carbon emissions while winning immediate gains for the many is the only way to build a movement strong enough to defeat big oil, big business, and the super-rich - starting right now.A Planet to Win explores the political potential and concrete first steps of a Green New Deal. It calls for dismantling the fossil fuel industry and building beautiful landscapes of renewable energy, guaranteeing climate-friendly work and no-carbon housing and free public transit. And it shows how a Green New Deal in the United States can strengthen climate justice movements worldwide. We don't make politics under conditions of our own choosing, and no one would choose this crisis. But crises also present opportunities. We stand on the brink of disaster - but also at the cusp of wondrous, transformative change.

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Themen Geowissenschaften, Geographie, Umwelt, Planung Umwelt Umweltverschmutzung und Gefahren für die Umwelt Klimawandel
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FALTER-Rezension

Denkimpulse am Weg zu einem Green New Deal

Philip Rathgeb in FALTER 9/2020 vom 26.02.2020 (S. 23)

Zwei neue Bücher liefern programmatischen Stoff für die Sehnsucht nach einer umfassenden Ökologisierung à la Millennial Socialism

Wie sieht ein politisches Programm zur Abwendung des Klimakollapses aus? Diese Frage stimulierte eine Revitalisierung linken Denkens im angelsächsischen Raum. Dazu gehören Thinktanks wie Common Wealth und das Institute for Public Policy Research im Vereinigten Königreich oder People’s Policy Project, New Consensus und Data for Progress in den USA. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Green New Deal (GND) einen neuen Schwerpunkt in der Verlagslinie von Verso bildet, welches mit dem Monatsmagazin Jacobin das publizistische Sprachrohr des Millennial Socialism bildet. Vor allem in den USA gewinnt der GND zunehmend an Popularität, getragen von den Post-2000er-Bewegungen aus Occupy Wall Street, Black Lives Matter und den Democratic Socialists of America (DSA) rund um Alexandria Ocasio-Cortez. „A Planet to Win: Why We Need a Green New Deal“ sowie „The Case for the Green New Deal“ wurden von zentralen Ideengebern der GND-Kampagnen von Alexandria Ocasio-Cortez, Bernie Sanders und Jeremy Corbyn geschrieben.

„The Case for the Green New Deal“ ist ein Manifest für die Umleitung von überschüssigem Finanzkapital in den klimagerechten Umbau der Weltwirtschaft. Dabei greift Pettifor auf ihren ursprünglichen GND-Entwurf zurück, den sie mit Richard Murphy – dem Hauptverfasser von Corbyns 2015-Programm – sowie weiteren Mitstreitern in London verfasst hat. Ihr Argument: „We can afford what we can do.“ Geld ist keine endliche Ressource, sondern ein soziales Konstrukt, das sich durch eine Reihe an politischen Interventionen im Interesse des GND mobilisieren lässt. Darunter fallen etwa schärfere Kapitalverkehrskontrollen, Finanztransaktionssteuern sowie Alternativen zum US-Dollar als internationaler Leitwährung. Als Gegenkonzept zur Fokussierung auf „Wirtschaftswachstum“ – sie verweigert sogar die Verwendung des Begriffs – bemüht Pettifor das von Herman Daly entwickelte Konzept der „Steady
State Economy“, wonach wirtschaftliche Kapazitäten mit ökologischen Kapazitäten abgestimmt werden müssen, etwa indem Finanzbudgets durch Emissionsbudgets ergänzt werden.

„A Planet to Win“ fordert eine grüne Infrastrukturoffensive in der Tradition von
Roosevelts „New Deal“ sowie die Entmachtung der fossilen Brennstoffindustrie. Die Klimakrise sei nicht auf das Konsumverhalten der breiten Masse zurückzuführen, sondern im Interesse einflussreicher Kapitalfraktionen, woraus die Forderung nach einer Verstaatlichung des Energie- und Stromsektors abgeleitet wird.

Während sich das Buch vor allem auf die Situation in den USA konzentriert, widmet sich das vermutlich spannendste Kapitel der sogenannten „supply chain justice“; also der Frage, wie der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen nicht durch den unkontrollierten Rohstoffabbau im globalen Süden kompensiert wird. Anhand von ethnografischen Forschungen in chilenischen Lithiumgebieten werden die Potenziale einer solidarischen grenzüberschreitenden Wertschöpfungskette ausgelotet.

Der Guardian bezeichnete letztes Jahr den GND als „most fashionable policy in the English-speaking world“. Der Begriff scheint tatsächlich über die politischen Lager hinweg zunehmend positiv besetzt zu sein. Selbst die Europäische Kommission stellte kürzlich ihre Version eines „Green Deal“ vor (ohne das Attribut „new“, um nicht mit Roosevelt assoziiert zu werden).

Die Lektüre beider Bücher verdeutlicht, dass es sich beim GND nicht um eine bloße Chiffre handelt, sondern einen konkreten politischen Plan, über den es sich in Europa ernsthaft zu diskutieren lohnt.

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