Central Europe

The Death of a Civilization and the Life of an Idea
344 Seiten, Hardcover
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Themen Geschichte und Archäologie Geschichte Besondere Ereignisse und Themen Historische Geographie
ISBN 9781911723981
Sprache Englisch
Erscheinungsdatum 14.08.2025
Größe 241 x 168 mm
Verlag C Hurst & Co Publishers Ltd
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Kurzbeschreibung des Verlags

What is 'Central Europe'? Where do its borders lie? Does it even exist? Attempts to define it usually yield more questions than answers. But perhaps the wrong questions are being asked.

Luka Ivan Jukic disentangles the enigma of Central Europe through its birth, death and rebirth. Today, Poland, Croatia and even Ukraine proudly align themselves with it, and so with Western civilization. But the term originally described an unrecognizably different world--one formed in the eighteenth century by the unique inheritance of the Habsburg dynasty across Germany and a sprawling Danubian realm; by the rise of standard High German; and by its intermediate position between an 'advanced West' and 'backwards East'.

Two devastating world wars shattered this extraordinary civilization, reducing it to a Cold War frontier. Its unexpected reincarnation in the 1980s, as an ideological antidote to the Soviet East, spawned myths and polemics, but little clarity. Yet 'Central Europe' seems to feature in every contemporary crisis, from Russian aggression to European disunity. Why is it still such a powerful political idea?

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FALTER-Rezension

Wer weiß schon genau, wo Mitteleuropa liegt?

Tessa Szyszkowitz in FALTER 26/2026 vom 24.06.2026 (S. 18)

Mitteleuropa ist wieder da! Kaum hatte Péter Magyar im April die Parlamentswahl in Budapest gewonnen, tauchte der neue ungarische Regierungschef in Wien auf. Sein Ziel nach den Jahren von Viktor Orbáns EU-kritischem Kurs: Ungarn wieder näher an Brüssel zu führen. Aber eben auch an Wien. Die Allianz dieser beiden Länder ist schließlich seit 150 Jahren in der DNA von Mitteleuropa.

Manche Begriffe sind nicht totzukriegen. Mitteleuropa ist so einer. Immer wieder taucht das Wort auf -etwa wenn sich ein Kleinstaat wie Österreich zum Fürsprecher einer Region aufschwingt und sich damit gleich selbst als schlagendes Herz Europas präsentiert. So geschehen unter ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel 2006, als die österreichische EU-Präsidentschaft Mitteleuropa als historische und wirtschaftliche Region stärken wollte.

Jetzt wurde dieser vagen Idee gerade wieder ein ganzes Buch gewidmet, das so unterhaltend und voller Einblicke ist, dass es von der britischen Tageszeitung The Times zum "Best History Book of the Year" gekürt wurde. Es ist bisher erst auf Englisch erhältlich.

In "Central Europe - The Death of a Civilization and the Life of an Idea" widmet sich Luka Ivan Jukic zuerst der Frage, wo Mitteleuropa überhaupt liegt. Der aus Kroatien stammende und in London lebende 27-jährige Historiker und Journalist -nicht zu verwechseln mit dem bosnisch-kroatischen Fußballer Ivan Jukić -gibt zu: So leicht lässt sich das nicht sagen. Österreich gehört dazu, Deutschland, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien sowieso. Aber auch: Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien? Und was ist mit der Ukraine? Weder geografisch noch historisch und schon gar nicht in nationalen Grenzen ist die Region Mitteleuropa einfach zu fassen.

Als Erster sprach der deutsche Geograf Georg Hassel 1806 von Mitteleuropa. Gerade als das Heilige Römische Reich zusammenbrach. Mitteleuropa wurde so etwas wie ein Bewältigungsmechanismus für die Habsburger. Franz II. dankte unter dem Druck der Napoleonischen Kriege ab und blieb fortan nur noch Franz I. von Österreich. Die spanischen Königtümer hatten die österreichischen Monarchen schon 1700 verloren. Wien und Umgebung wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts enorm aufgewertet. Mitteleuropa war geboren.

Der entstehende Nationalismus im 19. Jahrhundert erschwerte es nicht nur den Habsburgern, ihr Reich in alle Ewigkeit zu erhalten. Am stärksten war Mitteleuropa vielleicht zwischen 1867 und 1918, als mit Österreich-Ungarn eine Realunion im Zentrum des Kontinents entstanden war.

Dann aber standen dem Begriff harte Zeiten ins Haus. Nach 1945 führte der Eiserne Vorhang mitten durch Mitteleuropa, geografisch und ideologisch wurde Central Europe von Osteuropa und Westeuropa verdrängt.

1983 setzte der tschechische Schriftsteller Milan Kundera in seinem erst auf Französisch erschienenen Essay "Die Tragödie Mitteleuropas" dieser Geiselnahme Osteuropas durch die Sowjetunion ein spätes Denkmal. Kurz darauf fiel der Eiserne Vorhang und die osteuropäischen Staaten drängten darauf, sich wieder in Mitteleuropa zu verorten.

Kein Pole, Tscheche oder Slowake, der seine Nation ernst nimmt, spräche heute noch von Osteuropa. Eine Bezeichnung, die zu sehr an die sowjetische Dominanz erinnert. Angesichts der dunklen Seiten europäischer Geschichte ist Mitteleuropa eine geradezu liebliche Wiedergängerin.

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