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| Reihe | hors série |
|---|---|
| ISBN | 9783037340516 |
| Erscheinungsdatum | 25.04.2009 |
| Genre | Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews |
| Verlag | DIAPHANES |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |
Das deutsche Privatfernsehen ist nicht eben bekannt für seine niveauvollen Diskussionsformate; umso überraschter hält der mitternächtliche Zapper inne, wenn auf einem der Kanäle Sätze fallen wie: »Ökonomischer Aberglaube ist so etwas wie das Spektrum bürgerlicher Tugenden« oder »Die Lösungen liegen immer auf der Straße, im Verkehr«. Er ist, unzweifelhaft, in eines der im wahrsten Sinne des Wortes merkwürdigen Kulturmagazine von Alexander Kluge geraten.
Alexander Kluge, der wohl eigensinnigste Autor, Filmemacher, Philosoph, Kulturtheoretiker, Regisseur, Medienpolitiker und Chronist Deutschlands, produziert seit 1988 unabhängige Kulturmagazine im deutschen Privatfernsehen. Seit 1994 ist der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl regelmäßiger Gast in seinen Sendungen. Alexander Kluges charakteristische Interviewtechnik hat in ihm ihr kongeniales Gegenüber gefunden. Ergebnis der beiderseitigen Passion sind über vierzig Fernsehinterviews, die eine eigene Kunst der zielführenden Abschweifung kultivieren und das Genre völlig neu erfinden.
Soll und Haben
versammelt erstmals eine Auswahl dieser Gespräche in Buchform. Das thematische Spektrum reicht quer durch die Zeiten und Kulturen. Ob Vogl jedoch über Amoklauf spricht, über Kapitalismus in Ostindien, globalisierte Gefühle, politische Tiere oder den geheimen Zusammenhang von Terror und Macht, Dichtung und Bürokratie, Kluges insistierende Präsenz bringt den Befragten nicht nur immer dazu, mehr und anderes zu sagen als das vorher Gewusste, das öffentlich bereits Niedergelegte. Und immer ergeben sich auch schlaglichtartige Erhellungen der aktuellen Verhältnisse: »Aus der Ferne kommt unser Nächstes zurück«.
| Reihe | hors série |
|---|---|
| ISBN | 9783037340516 |
| Erscheinungsdatum | 25.04.2009 |
| Genre | Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews |
| Verlag | DIAPHANES |
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Ulrich Rüdenauer in FALTER 26/2009 vom 24.06.2009 (S. 19)
Alexander Kluges Produktionsfirma dctp ist das trojanische Pferd im kulturfreien Raum des Privatfernsehens: Seit 21 Jahren bietet der Schriftsteller, Filmemacher und Jurist Kluge ein mediales Fenster, durch das man auch auf RTL, Sat.1 oder Vox ins Offene blicken kann. Gespräche mit Wissenschaftlern, Schriftstellern, Philosophen oder von Schauspielern dargestellte historische Persönlichkeiten, kleine Filme unterschiedlichster Machart, grafische Experimente und Dokumentarisches haben in diesem Format Platz.
Manche der Gesprächspartner Kluges sind inzwischen zu Stammgästen geworden, dazu gehört der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl, mit dem Kluge einen kongenialen Partner für seine assoziativen Gedankengänge gefunden hat – gesprochen wird unter anderem über Einfühlung und die Vitalität der Heiterkeit, über den holländischen Pfefferhandel in Ostindien und die frühen Blüten der Spekulation, darüber, was für einen Roman die Börse erzählt, und über das Böse, die Oper, Nationalismus und letztlich darüber, wie alles mit allem zusammenhängt. Es sind stets anregende, wild wuchernde, von aufblitzenden Gedanken glühende Gespräche. Einige davon sind nun in einem Band unter dem Titel "Soll und Haben" versammelt, und den soll und muss man haben.

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